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Jon Snow ist eine schwedische Prinzessin, die’s von hinten macht

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Extrem klickbaitiger Artikelname, der aber eine echte Überlegung beinhaltet.

Zuerst möchte ich mal sagen, dass ich absolut kein Interesse an Game of Thrones persönlich habe. Ich mag High Fantasy nicht und finde den geringen Fantasy-Anteil in diesem speziellen Setting öde. Ich mag es nicht, wenn man Karten und Genealogie-Flowcharts studieren muss, um zu verstehen, wer warum wo ist. Ich halte das Gimmick „andauernd sterben Charaktere unvorhergesehen“ nicht für interessant. Halbherzige Sexszenen überzeugen mich nicht: Wenn ich Sex sehen will geh ich anderswo hin. Und vor allem bin ich physisch abgestoßen von Gewalt gegen Frauen, ich krieg‘ davon Abstoßungs-Reaktionen. All das musste aus naheliegenden Gründen gesagt werden, weil die Sendung unter Medien-Kennern natürlich das mainstreamigste ist, was es aktuell gibt und man sich genauso rechtfertigen muss wie bei Breaking Bad damals (übrigens eine langweilige egalshow, wenn ihr mich fragt).

Aber ich habe eine Theorie, und für diese muss ich etwas ausholen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist Jon Snow anscheinend etabliert als „der Gute“, derjenige, der immerzu die Paragon-Shepard-Entscheidungen trifft und der, würde er am völligen Ende der Serie ontop sein, das Gute Ende repräsentieren würde.

An dieser Stelle muss ich etwas ausholen und den Film „Kingsman“ ansprechen (übrigens, wenn man crazy, komplett realismus ignorierende Actionfilme will, die größtenteils nach Schema F verlaufen, eine gute Wahl). Kurz vor dem Action-Höhepunkt des Films trifft der Protagonist auf die gefangene Prinzessin von Schweden. Kurz nach dem Action-Höhepunkt trifft er sie wieder. Hier sind die beiden Szenen:

Szene geschaut? Okay. Während des Schauens hatte ich folgende Überlegungen: Okay, sie wird ihn hinter der Tür schlagen und wegrennen. Oder sie wird etwas sagen von der Sorte „Are you fucking stupid, we literally just met, why would we have sex. And anal at that. Like man, what is even wrong with you“. Oder es stellt sich heraus, dass das Schloss analog ist und der Hacker den Code nicht kennt. Aber nichts dergleichen. Alle Witze, die man erwarten würde, passieren einfach nicht. Der Film double-crossed meine Erwartungen, und die Beiden haben einfach volle Kanne Sex.

Und meine Behauptung an dieser Stelle, als jemand der 0,3 Episoden von Game of Thrones gesehen hat: Jon Snow ist die Prinzessin, die Analsex hat. Also, metaphorisch gesprochen. Jedermann weiß, dass GoT die Erwartungen der Zuschauer absichtlich nicht erfüllt und schockierend subvertiert. Würde Jon gewinnen (wie auch immer das exakt aussehen mag), wäre das gut. Es passieren aber selten einfach gute Dinge in Game of Thrones. Würde Jon aber einfach verlieren, wäre das wiederum einfach nur sehr typisch und etwas, was Zuschauer geradezu erwarten. Er existiert also in diesem komischen Zwischenfeld, wo sein Fortbestehen völlig unsicher ist. Die einzige Alternative, die ich zu „dramatischer Endsieg“ und „dramatischer Endtod“ für ihn sehe ist, dass er zu einem viel früheren Zeitpunkt auf plötzliche, nicht dramaturgisch erwartbare Weise aus dem Spiel geworfen wird.

Achja, in der deutschen Version von Kingsman sagt die Prinzessin übrigens „von hinten“ anstatt „in the asshole“. Es war trotzdem klar worum es geht, denn das ist Film-Code. Denn die Zuschauer sind natürlich dämlich und können sich nicht vorstellen, dass man von hinten überhaupt woanders ran kommt.

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Written by vetaro

7. Juli 2016 um 1:09 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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