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It Follows: Ganz okayer zweiter Platz

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2014 kam der Horrorfilm „It Follows“ raus und war in Ordnung. Ein paar kleine Probleme gibt es aber.

It Follows ist ein Film über ein Mädchen, das von einem Monster verfolgt wird. Das Monster bewegt sich in Geh-Geschwindigkeit, ist für alle anderen unsichtbar und tötet bei Kontakt. Und es ist, wie Max Goldt das nennt, ein schwarzer Wanderbuhpokal, den man durch Sex weiterreichen kann.

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Das ist eine extrem gute Konzept-Idee, und der Hauptgrund warum mir der Film insgesamt gefällt. Ich habe während des ersten Aktes überlegt, wie genau das Monster funktionieren kann und wie man damit umgehen könnte. Zum Beispiel: Was gilt als Sex? Muss jemand einen Orgasmus haben? Zählt lesbischer Sex, oder ist das Monster altmodisch und sagt, das seie ja alles nur Vorspiel? Wenn man sich weit entfernt, teleportiert das Monster an den Rand des Sichtfeldes. Wäre es also sinnvoll, die verfolgte Person einfach permanent in einem Auto auf Schrittgeschwindigkeit zu transportieren? Wie überzeugt man andere Leute, dass das Monster echt ist, wenn es doch unsichtbar ist? Muss die Menschheit einfach für immer damit leben? Wäre es vielleicht am Besten, eine große Menschengruppe zu informieren und zu professionalisieren, um es unter Kontrolle zu halten, sozusagen eine Warnkette von infizierten, und der aktuelle Träger ist immer jemand, der sich bereit erklärt hat und die Ruhe und Ausdauer hat, um damit klar zu kommen (vermutlich militär)?

Einen großen Teil des Films verbringt die Protagonistin also logischerweise damit, zu fliehen. Das Filmmaking vermittelt klar die naheliegenden Sorgen, die sie hat: Jederzeit könnte überall das Monster wieder entstehen. Ist der Passant dort das Monster? Aber auch die (natürlich an sexuell übertragbaren Krankheiten angelehnten) Sorgen und Überlegungen, ob sie den Wanderbuhpokal einfach weitergeben sollte. Gedanken über ihre Verantwortung und den besten Umgang damit. An einer Stelle impliziert der Film, schneidet aber bevor es eindeutig wird, dass (Spoiler, markieren:) sie sich auf Gruppensex mit ein paar Fremden einlässt ohne sie einzuweihen, einfach nur um sich einen kurzen Moment Atemraum zu verschaffen.
Der Schwachpunkt des Films ist auch ein Spoiler, daher markieren um weiterzulesen: Am Ende stellen sie fest, dass man das Monster einfach erschießen kann. Es gibt einen last-scene „das Monster ist doch wieder da“-Moment, da den aber JEDER HORRORFILM EVER hat, ignoriere ich ihn.

Mit anderen Worten, It Follows ist eine Idee die mir gut gefällt und gut gefilmt wurde. Aber es geht nicht so weit, wie es das könnte. Wie immer folgt er dem Zwang, dass alle beteiligten doof sein müssen und sich nicht ordentlich vorbereiten, anstatt dass sie kompetent sind. Mir fehlt in dem Film auch jemand, der sagt „hör mal, ich verstehe dass du nicht beweisen kannst was los ist, ich glaube dir jetzt einfach und helfe, aus dem einfachen Grund dass dein Leben auf dem Spiel steht, und ich nur etwas Zeit und Energie zu verlieren habe“.

Was mir fehlt, ist ein Ende, das weniger „well, that is taken care of. ACTUALLY NO NOTHING WAS ACHIEVED HAHAHA!“ ist und statt dessen offen lässt, dass das jetzt für voraussichtlich immer so weiter gehen wird, und die Protagonisten entweder eine vorläufig machbare Lösung gefunden haben, oder klar ist, dass sie als nächstes eskalieren und z.B. an die Öffentlichkeit gehen müssen. It Follows ist sozusagen das beste, was man von konventionellem Horror erwarten kann, wenn er mal ein bisschen ne interessantere Idee hat als „typ der wo gut kämpfen kann und tötet leute“ oder „halt n geisterdämon“.

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Written by vetaro

17. Juni 2016 um 8:50 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

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