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Tomb Raider 2013: Sehr sehr gut, dann irgendwie egal

with 3 comments

Hier ist alles was ich zu sagen habe in einem Bild.

Noch n Paar mehr Worte? Okay.

Es ist offensichtlich, dass den Machern von Tomb Raider klar war, dass ihre Serie irgendwo in einem Abgrund rumlungerte. Es gibt mitlerweile so viele Teile, dass man sich schon lange nicht mehr traut, sie zu nummerieren. Es is ein Kletterspiel bei dem man in Massen Leute ummäht und am Ende kommt irgend ein übernatürlicher Bullshit und beim nächsten mal tut man so als wäre es nie passiert und Lara hat keinerlei Erinnerung mehr daran.  Die logische Konsequenz war also, damit aufzuhören.

Man spürt in den ersten 2 Spielstunden absolut, was sich Crystal Dynamics gedacht haben. Für mich war es eine 10/10 erfahrung, wie eine junge Lara am Rande des Todes gerade so alles Elend übersteht, was ihr die Natur zu bieten hat, wenige Überbleibsel von Hilfsmitteln findet, Jagen geht um zu überleben, die offenen Bereiche die linear verbunden sind erkundet und grundsätzlich unfassbar Sterblich erscheint. Obwohl alles Events und scripts sind, konnte ich mitfühlen und habe auch geglaubt, dass sie aus reiner Willenskraft überlebt. Lange trifft sie nicht auf Gegner, und das erste mal dass sie einen Menschen töten muss ist ein verzweifelter, für Spieler wie Spielfigur traumatischer Moment voller Überwindung.

GET TO DE CHOPPAH

Und dann irgendwann kriegt man ’ne Pistole und Shotgun und ein Gewehr und Gegner stehen in Massen neben roten Fässern. Die perfekten Momente am Anfang, wo man mit dem Bogen Gruppen von Gegnern ausschaltet indem man den Unbeobachteten leise Kopfschüsse verpasst bevor sie einen bemerken, werden ganz einfach entfernt indem 10 bis 30 Gegner die Räume fluten sobald man rein kommt und einfach wissen, dass man da ist. Und es zieht sich. Knapp 3 Stunden bevor es vorbei war dachte ich „jetzt könnte das Spiel eigentlich endlich mal zum Ende kommen“.

Ich weiß nicht, wieso Lara unbedingt die gesamte Bevölkerung der Insel im üblichen Shooter-Genozid umlegen muss. Jeder Entwickler der über Tomb Raider spricht betont, wie es um survival und das durchkommen auf niedrigstem Niveau geht und dass man nicht wieder das selbe Spiel wie zuvor machen wollte. Ich hatte den Eindruck, dass sie ein wunderbares neues Kapitel eröffnet hatten… und dann mitten in der Produktion jemand reingekommen ist und sagte WE’RE IN CHARGE NOW! CODE THOSE EXPLOSIVE BARRELS IN! GIVE THAT WOMAN A SHOTGUN! THERE WILL BE RIOTING IN THE STREETS IF PEOPLE CAN NOT SHOOT EVERYTHING IN SIGHT. ABORT THE REBOOT, ABORT IT I SAY!

Ungefähr bis zum Kapitel „Open Wounds“, wo Lara sich in einem Helikopter verarztet, ist es wert gespielt zu werden. Danach kann man genausogut aus machen. ‚Aber Vetaro, dann verpasse ich doch über die Hälfte des Spiels?‘ Hmh, ja stimmt, ich kann dich nicht einfach verpassen lassen was dann noch passiert. Antagonist will Laras Freundin einer Göttin opfern, Lara verbrennt die Göttin, daraufhin können sie die Insel verlassen. Alle Frauen und ein Dicker überleben. Da, jetzt braucht ihr das Ende nicht mehr sehen.

Dieses Ritual geht etwa 5 Minuten, in denen beide Frauen AAARGRRLEWHALRALHRWEHREAAAA-mäßig rumschreien. Lara cancelt es einfach und anscheinend geht es ihrer Freundin danach gut und sie hat keine Nachwirkungen. Logisch.

Genauso, wie ausser dem Bogen keine Waffen nötig gewesen wären, wäre übrigens das übernatürliche Element unnötig gewesen. Irgendwelche 2,5 meter großen Oni, die praktisch keinerlei Einfluss auf das Gameplay haben, hätte man mühelos streichen können. Die Story hätte problemlos in der Realität verankert bleiben können, was sich ohnehin angeboten hätte.

Lasst mich schließen mit einer Logikfrage: Lara Croft war doch bisher immer 30-irgendwas-jahre alt und lebte in den 2000ern. Wieso ist sie jetzt 19 und lebt offensichtlich im Jahr 2013? Es gibt eindeutige technische Geräte, die den Zeitraum festlegen (inklusive 1080p Kamera)… hätte man das nicht undefiniert lassen können?

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Written by vetaro

18. März 2013 um 10:05 am

Veröffentlicht in Spiele

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3 Antworten

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  1. Ich mochte schon den Anfang nicht. Lag sicher auch an der Synchronstimme, aber nicht nur. Die Inszenierung hat mich einfach völlig verfehlt. Diese Leute waren mir egal.
    Und … Wie soll ich sagen? Ich verstehe, warum die Kamera so positioniert wird. Ich kann auch nicht sagen, dass mir der Anblick nicht gefallen hätte. Aber es war trotzdem stellenweise so dummdreist, dass es mir beim Zusehen peinlich wurde.

    Muriel

    18. März 2013 at 10:10 am

  2. Oh, klar, die anderen Leute sind absolut irrelevant. Ich *glaube* die beiden Frauen sollen die sein, die in anderen TRs vorkamen, aber mit Absicht hab ich die praktisch alle nicht erwähnt.

    Ich hätte vielleicht noch loben sollen dass ich mag wie, während es regnet, man den Blickwinkel so drehen kann dass es literally auf die fourth wall regnet.

    vetaro

    18. März 2013 at 2:19 pm

  3. Ja, das meinte ich auch. Die Regentropfen. Die meinte ich.

    Muriel

    18. März 2013 at 3:04 pm


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