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Zombieblog

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Zombies gibt es schon seit über 3 Jahren. Sie wurden während der 68er in Filmen von zweifelhafter Qualität popularisiert und sind seitdem eine ewige Konstante als eine der interessantesten Weltuntergangs-Möglichkeiten. Die zentrale Figur einer der Weltreligionen ist ein Zombie.  Und heute möchte ich drei aktuelle Spiele vorstellen, die von Zombies handeln.

Alle drei Spiele sind Indie-produziert und kostenlos, gleichzeitig aber Beispiele dafür, wie grundlegend sich die Flash-Spielelandschaft verändert hat.

Um kurz einen Kontrast zu bieten: Eines der besten Flash-Spiele das ich 2003 zu Gesicht bekam, war Defend your Castle. Das Spiel bot eine Gravitations-Engine, Upgrades und Paint-Grafik.

Ich habe für das Jahr 2011 drei Zombiespiele gewählt. Nicht nur, weil sie aussergewöhnlich gut sind, sondern auch um zu zeigen: Ich habe ein relativ exklusives Attribut gewählt. Hätte ich mich nicht auf „Zombies“ beschränkt, wäre die Auswahl unüberschaubar geworden.

Es wird ausserdem auffallen, dass diese drei Spiele aus völlig unterschiedlichen Genres stammen. Das naheliegendste Genre kommt nicht einmal vor. Die Reihenfolge ist übrigens beliebig und kein Ranking.

1. Rebuild

Rebuild ist ein Taktikspiel das mit der Logistik einer Zombie-Apokalypse umgeht.
Irgendwo in einer Stadt haben ein Dutzend Leute einige Häuser behelfsmäßig abgeschirmt und versuchen jetzt, ihren sicheren Bereich genug auszudehnen, um Überstehen zu können.

Jeden Tag kann man die Überlebenden ausschicken, um Aufgaben zu erfüllen. Bereiche ausserhalb der sicheren Zone müssen ausgekundschaftet werden, ausserdem finden sich dort Nahrung und andere Überlebende. Wenn die Lage gut genug ist, kann der Schutzwall erweitert werden, um weitere Straßenblöcke einzubeziehen.

Jede Nacht können die Zombies angreifen, also müssen Verteidigungstrupps aufgestellt werden. Es müssen aber auch einige hilfreiche technische Erfindungen neu gemacht werden, genügend Raum für die Menschen sowie Essen, medizinische Versorgung und genügend Motivation zum Weiterkämpfen gefunden werden.

Das Spiel ist gleichzeitig so einfach, dass man es während der ersten Klicks versteht und hat genug Taktik und Tiefgang, dass es einen für Stunden unterhalten kann.

Am schwierigsten wird es wenn der eigene Bereich etwa Zehn felder groß geworden ist. Man hat genügend Umfang,  dass die Zombiewerte um die Basis herum kritisch werden können,  oft aber nicht genug Leute, um ihnen genügend Widerstand zu leisten. Hier helfen oft Tötungsgruppen, die die Bedrohung rings um die Stadt senken, bis genügend Leute vom Wachdienst abgezogen werden können um wieder helfen zu können.

Meine Tipps:
* Zu Beginn sind viele Soldaten nützlich.
* Schicke nicht nur Kampftrupps in Häuser, um diese danach dem sicheren Bereichen hinzuzufügen, sondern auch um die Gefahr durch die Zombies zu reduzieren.
* Untote sind auch auf dem Spielfeld sichtbar. Wenn die Anzahl besonders kritisch wird, leuchten die Häuser Rot.
* Die Sicherheit der Stadt bei nächtlichen Angriffen berechnet sich durch [Verteidiger + Taktisch wichtige Gebäude + Forschungsboni] – [Zombies in allen angrenzenden Feldern + wilde Horden].
*Vierecke haben weniger Umfang bei mehr Innenraum. Dadurch bist du sicherer, als wenn die Stadt Tetrisförmig ist.

Link zum Spiel: Rebuild

2. Zombie Minesweeper

Bis zum Jahr 2007  gab es eigentlich keine Nachfolger für Pacman. Es gab nur Kopien. Und dann kam die Pacman Championship Edition und erzeugte das erste mal ein legitimes „Pacman 2“.

Bis zum Jahr 2011 gab es eigentlich keine Nachfolger für Minesweeper. Nun, hauptsächlich, weil das auch kaum jemand versuchte. Und jetzt gibt es Zombie Minesweeper. Mit einer Spielidee, die möglicherweise so originell ist, dass man dafür Preise vergeben sollte.

Zuerst einmal: Man ist eine Person. Man läuft selber durch das Minenfeld. Anstatt einfach alles überall zu finden, muss man nur zum Ziel gelangen. Daher findet das spiel in Pfad-Form statt: Wäre es ein großes Feld, würde man trotzdem einfach in Richtung Ziel laufen. Also wurde ein fester Weg eingezäunt.

Nun muss man nicht nur anhand der Zahlen die Anzeigen, wie viele der 8 umliegenden Felder vermint sind, einen sicheren Weg finden und gefährliche Bereiche mit Flaggen markieren.
Nein, hinzu kommt auch noch, dass man sich in einem Zombiewald befindet, in dem alle niedlichen Tiere des Waldes infiziert sind, rumtorkeln und dich kaputtbeißen wollen.

Zombie Minesweeper ist mit Unity programmiert und geht daher grafisch über die bekannten Niveaus von Flash hinaus. Unity ist aktuell der Shit und wird auch für das Iphone und Indie-Spiele benutzt.

Um gegen die Untoten anzukommen, gibt es eine handvoll Methoden. Während einige Zombies sich sprengen, wenn du ihnen zu nahe kommst – sodass du ihnen ausweichen kannst – müssen andere erschossen oder einfach umgangen werden. Geh bloß nicht sparsam mit Powerups um. Wenn du stirbst, hast du nichts mehr von ihnen.

Ansonsten gelten die Standard-Tipps für Minesweeper:
* Einsen sind deine Freunde – wenn sie nur an ein dunkles Feld anecken hast du eine Mine lokalisiert.
* Wenn um eine Zahl herum genau so viele dunkle Felder sind wie der wert der Zahl, sind natürlich alle vermint.
* Komplexe Eliminierung: Beachte immer nahe beieinander liegende Zahlen.
Beim Bild direkt hier drüber könnte die Flagge rechts oben eine Mine sein. Die angrenzenden Einsen verraten aber: Das Feld ist sicher, die Flagge gehört da nicht hin.  Wo ist also die Mine?
Die beiden zweien und die Eins nebeneinander hinter meinem Charakter stellen klar, dass die Mine sich über der rechten Zwei verbirgt.

Link zum Spiel: Zombie Minesweeper

3. Road of the Dead

Alleine der Name schon. Eine deutliche Anspielung auf die Horden an Filmen, die mit „[Tageszeit] of the [Wort für ‚Zombie‘]“ benannt sind. Würde jeder dieser Filme zu einem Zombie, wäre die Welt schon lange untergegangen.

Eines Tages setzte sich EvilDog, der Erfinder des Punk-o-Matic, mit dem man sowas hier machen kann, hin und machte was völlig anderes. Stell dir vor es ist Zombie-Apokalypse und du fährst einfach weg.

In Road of the Dead fliehst du eine Stadt-Autobahn ohne Auffahrten entlang, um so weit wie möglich zu kommen. Das ganze Spiel findet jedoch nur in der Vorstellung des Fahrers statt – er plant voraus und verbessert sein Auto, um durchzukommen. Erst wenn er damit fertig ist, wird er wirklich losfahren.

Das Spiel benutzt wohl einige der aktuell besten grafischen Möglichkeiten des Flash-Players. Die Sichtweite ist nicht ideal, darauf achtet man während der Fahrt aber kaum. Man ist zu beschäftigt damit, verlassenen Autos auszuweichen, fliehende Menschen zu verschonen, dem Militär zu entkommen und möglichst auch noch einige Zombies auf dem Weg mitzunehmen.

Hinzu kommt, dass das Spiel eine lange Kampagne mit festgelegter Spielumgebung und Story und ein ausführliches Upgrade-System biete, sowie mehrere survival-Modi. Da ist eine Menge Spielwert drin.

Meine Tipps:
* Achte darauf, woran du stirbst: Wenn du an Auto-Explosionen oder Zombies stirbst (was nicht geschehen sollte), kannst du deinen Bumper verbessern. Wenn du eher oft erschossen wirst, helfen Body Armor und dann Windshield.
* Zombies zu rammen hilft sehr beim Punktesammeln. Sie beschädigen zwar die Windschutzscheibe, es lohnt sich aber im Verhältnis.
* Mittig über Zombies zu fahren bringt mehr Punkte, sie mit der Seite zu rammen ist besser, wenn du langsam fährst und nicht angesprungen werden willst.
* Wenn dir wer auf die Haube klettert und du keine Pistole hast, ramm ein Auto.
* Sobald Nadelbänder eingesetzt werden, empfehle ich, nahe an der hellgrauen Standspur zu fahren. Die Bänder werden meist in die Mitte geschoben, Schlupflöcher sind oft am Rand.
* Wenn du gut fährst, würde ich die Upgrade-Priorität so legen: Body Armor > Engine > Bumper > Tires > Windshield.   Perception und Horn sind eher Optional, Firearm brauchst du nicht über 1.

Link zum Spiel: Road of the Dead

All diese Spiele sind gut genug, dass sie sich auf iPhone-Dingern verkaufen würden wie, äh… infiziertes Brot. Ich würde für jedes von ihnen mindestens 3 € bezahlen. Ich bin von diesen Werken nicht nur angetan – sie stimmen mich auch hinsichtlich der Zukunft äußerst hoffnungsvoll. Das einzige was uns davon abhalten kann, in 6 Jahren ein „Elder Scrolls“ von einem Indie-Entwickler spielen zu können, wäre eine Naturkatastrophe. Und ihr wisst schon,  von welcher Sorte ich spreche.

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Written by vetaro

14. Februar 2011 um 6:08 am

4 Antworten

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  1. Vorsicht, Rebuild hat Suchtpotential 🙂 .

    Bine

    14. Februar 2011 at 10:31 am

  2. ich hab kurz überlegt, was für eine tiefsinnige überlegung die behauptung ist, zombies gäbe es ’seit über 3 jahren‘. Ich bin zu dem Schluss gekommen: Überhaupt keine. Ich gehe also davon aus, es ist ein Schreibfehler und du hast eine Null vergessen.

    stevie

    14. Februar 2011 at 9:21 pm

  3. Nein, in Wahrheit bezieht sich der Spruch auf die seit jahren verloren gegangene 1Live-Serie „Geilileo – Wir wissen was“.

    Beiträge fingen dort gerne an mit „‚Geld‘ gibt es schon seit über vier Jahren. Das erste Geld wurde von alten Wikingern in einem verlorenen Einkaufswagen gefunden, sie verprassten es dann aber direkt für einen haufen Bier.

    Gäbe es auf der Welt kein Geld, wären alle Menschen Arm. […]

    Und beim nächsten mal bei Geilileo: Das Zebra, und warum es ohne Beine nicht laufen kann.“

    vetaro

    15. Februar 2011 at 12:50 am

  4. Hach ja, Geilileo. Das waren noch Zeiten. Und diese Einleitung von wegen „X gibt es schon seit Y(wobei Y meistens >5 ist) Jahren“ ist ja wohl absolut legendär.
    Fast genauso schön ist der Satz „Er war noch ein Säugling, als er geboren wurde. 21 Jahre später ist er 21 Jahre alt und hat ein Problem.“ oder so 😉

    Aber mal was zum Artikel: Daß bisher noch niemand auf die Idee kam, eine Weiterentwicklung des Minesweeper-Prinzips zu machen…da kann ich mich nur fragen, wann uns die ersten Zombie-Solitärs und -Freecells erwarten!

    smintili

    21. Februar 2011 at 3:25 am


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