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Kunst auf Youtube

with 3 comments

Vetaro: Youtube bieter vielen Künstlern Möglichkeiten, sich auszudrücken. Es ist aber auch ein Medium der Kommunikation und der Meta-Kunst. Die Creative Commons Lizenz ermöglicht es, auf den Werken anderer Benutzer aufbauend Kommentare oder Weiterentwickelungen zu erzeugen, wenn dies zu nonkommerziellen Zwecken erfolgt. Hier ein Beispiel.

Vetaro: http://www.youtube.com/watch?v=qrBj3u5dPgM Dies ist das Werk von AlienRedWolf, der mit verschiedenen Wörtern und Bildern Obszönitäten und andere Geschmacklos erscheinende Anspielungen erzeugt. Auf diese Weise weist er darauf hin, dass er einen natürlicheren Umgang mit arbiträr als Unangemessen empfundenen Themen wünscht, anstatt sich hinter Prüderie und festgesetzen Vorstellungen zu verstecken, die möglicherweise keinen Zweck in der modernen Gesellschaft mehr erfüllen.

Vetaro: http://www.youtube.com/watch?v=cNn79ufuSBM Dieser Künstler nahm sich eines bereits existierenden Werkes des selben Genres an. Seine Interpretation besteht darin, das Video im Flash-Format abzuspielen, mit einer unruhig gehaltenen Handkamera bei schlechter Audiovisueller Qualität den Bildschirm zu filmen, um zum Abschluss der Aufnahme die Kamera zum eigenen Gesicht zu drehen und einen Kommentar zum Thema abzugeben. Hierbei verschmelzen die Original-Performance und das Werk des Interpreten miteinander.

Winky WinkyVetaro: http://www.youtube.com/watch?v=fALlNKFTVzg Wir bleiben beim selben Grundwerk. Hier wurde eine Aufnahme des Liedes angefertigt, indem das Mikrofon an die aufgedrehten Lautsprecher gehalten wurden.
Hinzu kommen ein Standbild aus dem Video sowie ein Copyright-Claim auf das Werk am Anfang des Videos.

Vetaro: Um das Werk abzurunden, bricht das Lied deutlich vor dem Ende ab, um Genug zeit für die Credits zu lassen, in denen behauptet wird, das Video seie mit „Windows Moviem“ entstanden. Hinzu kommen noch zwei weitere Hinweise, dass das Werk geistiges Eigentum des Interpreten seie. Die Inkongruenz zwischen Wahrheit und Fiktion erzeugt hier einen Effekt der Groteske.

Vetaro: http://www.youtube.com/watch?v=IeRf1xnW6Ao Der folgende Künstler hat eine höher-qualitative Tonaufnahme erzeugt – und diese selber mit Paint-Grafiken bebildert, die zeitlich exakt auf den Audioverlauf abgepasst wurden, um den Eindruck, es handele sich um pure Standbilder, zu diminuieren.

GroteskeVetaro: Der Hinweis am Anfang des Werkes,  es auf 1080p, einer HD-Qualität zu sehen, ist eine angenehme humoristische Anspielung, die den ansonsten sehr trockenen und ernsten stoff auflockert.
Auch dieses Lied bricht unzeitig ab, um eine zum angenehmen Lesen zu schnelle Credits-Sequenz einzuspielen. Auch dieser Interpret behauptet, erzeuger des Liedes zu sein. Für den Fall, dass sein HD-Werk zweifel an der Authentizität habe entstehen lassen informiert er: „home
made!!!“

Vetaro: http://www.youtube.com/watch?v=e80ZnXIGCKU Der letzte Künstler in unserer Reihe schwingt den Produktionswert in neue Höhen hinauf. Er hat eine bereits auf Youtube vorhandene Version des Liedes in möglichst niedriger Qualität ausfindig gemacht, um diese erneut mit seiner Kamera abzufilmen. Sein Video wird sowohl unterbrochen von einem zentelsekunden dauernden IRC-Gespräch, das das laufende Video thematisiert, als auch von mehreren Video-Tags, die informationen vermitteln wie „HA.HA.HA!“

Vetaro: All diese Youtube-Künstler sind hier, um die Medien und Kunstbranche in ein neues Jahrhundert zu bringen. Es wird Zeit, dass etablierte Fachmänner sich auf diese Themen einlassen und sich mit ihnen befassen – neue Märkte und neue Erkenntnisse liegen vor uns, und wir sollten uns ihnen nicht verschließen.

Zensiert: Junge, ich geh einmal afk essen und dann kommste mir mit sowas! Du bist doch KRANK!

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Written by vetaro

30. Januar 2011 um 1:25 am

Veröffentlicht in Internet, Realität

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3 Antworten

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  1. Dieser Content enthält eventuell Material, das von der YouTube-Community gemeldet wurde und möglicherweise für manche Nutzer unangemessen ist.

    Andre

    30. Januar 2011 at 12:29 pm

  2. Krank, aber gut.

    Klopfzeichen

    30. Januar 2011 at 8:31 pm

  3. Ein toller Artikel über das mir als Künstler nur zu schmerzlich bewusste Thema YouTube zerstört wahre Kunst.

    Daß dazu auch noch Künstler fürchten müßen, daß niemand mehr ihre Werke kauft, weil er sie längst auf YouTube sehen oder runterladen kann, ist für mich persönlich das größere Problem, aber gut.

    Dann gibts aber auch wieder die Leute, die mit YouTube populär werden oder was tolles für den Betrachter schaffen. Zweischneidige Sache, das. Und dann war da noch die Content-Sperre, die meines Wissens nur in Deutschland gilt.

    Daß die sogar bei Videos greift, die den offiziellen YouTube-Kanälen der Künstler gehören, ist mir ein Rätsel. Wenn ich mir ein Video auf dem offiziellen Kanal von Paul McCartney ansehen möchte, ist mir von vorneherein klar, daß das Video „Content von EMI Music International“ enthält…da brauch ich keine blöde Sperre, die mir das mitteilt.

    smintili

    21. Februar 2011 at 3:33 am


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