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WoW-Blog: Das beste Spiel ist zurück

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Das Spiel ist nun ohne Zweifel wieder die Nummer 1 des Genres. Wo man bisher „Naja, musst du selber wissen was du gut findest“ sagen musste, steht WoW ganz klar an der Spitze. Es folgen: Sehr viele Bilder und Fakten statt Fanboytum.

Wir betrachten auch diesmal nur einen Bereich des Spiels: Die Qualität der Quests, Level 1-60.

Das Thema spaltet sich für mich in drei Kategorien, nämlich wie Interessant, Sinnvoll und Praktisch die Quests sind.

1. Wie Interessant ist es oder „Töten, Plündern, Töten, Töten, Plündern“

Hierbei geht es vor allem darum, was man tut. Auf der grundlegendsten Ebene interagiert man immernoch nur auf folgende Weisen mit der Welt:
1. Töten
2. Plündern
3. Items benutzen
4. Umgebung benutzen
5. „Fahrzeuge“

Wenn man es sehr, sehr nüchtern betrachtet, werden immernoch alle Quests nur mit diesen Mitteln gelöst. Wenn man es sich dann aus der Nähe betrachtet, wurde ich auf meiner Reise bis Level 60 aber mit unter anderem folgenden Aufgaben konfrontiert:

Benutze einen Glevenwerfer, um Gegnerhorden und Fahrzeuge zu zermanschen

Nachdem du die Blutsegel-Piraten ausführlich sabotiert hast, greifen sie Beutebucht an. Die ganze Stadt ist im Kampf. Besiege die Piraten an Land, schwing auf ihr Schiff und töte dort welche, dann jag ihre Schiffe in die Luft.

Zusammen mit vier Bauern-Milizionären, bekämpfe die stärksten Truppen der Geissel in den östlichen Pestländern.

Drehe diese Steinstatuen so, dass ihre Laser je zur nächsten Statue führen,  damit sie einen Endstein treffen.

Du kontrollierst drei Zwerge über deine Pet-Aktionsleiste. Jeder hat drei Fähigkeiten. Geh mal los und besiege Schwarzdrachen.

Verteidige diese Beschwörung – töte die Dämonen, die die roten Laser schicken, damit wir nicht scheitern.

Und, dies soll als letztes Beispiel fungieren: Spiele mit der kompletten Plants versus Zombies Engine einige Runden – inklusive Endboss.

Ich habe natürlich nicht alle Gebiete des Spiels durchgemacht, das heisst ich mag auch eine Menge Sachen übersehen haben – das hier sind aber erstmal die Highlights, die ich erlebt habe. Was auf Level 80-85 folgt, da bin ich mir sicher, spielt in einer ähnlichen Liga.

2. Wie Sinnvoll ist es oder „Ey mach das mal weil die sind halt böse“

Das Spiel hat eine Handlung bekommen. Jedes einzelne Gebiet das ich besucht habe, erzählt die Geschichte von ihrem persönlichen Problem. Es sind oft bereits bekannte Konflikte, aber auf einem absolut neuen Level.

In Beutebucht war man schon immer mit den Blutsegel-Piraten befeindet. Früher ist man halt losgegangen, um sie zu töten. Heute heuert man bei ihnen an (indem man so tut, als hätte man den Chef von Beutebucht, einen Tauren, getötet: Man setzt einem Kuhkopf einen Piratenhut auf). Dann arbeitet man sich in der Hierarchie der Blutsegel hoch, während man ihre Vorräte manipuliert und ihre Truppen schwächt. Zuletzt folgt die  Verteidigung von Beutebucht.

Im Dämmerwald kämpfen die Leute ohnehin schon damit, dass ihr Land von Untoten belästigt wird, ein Großteil der Leute ist allerdings auch mit dem Worgen-Virus infiziert. Der ärgerliche Herr hier ist Yorgen, den kennt man noch, der zurecht Bibbers die Schuld dafür gibt, dass das Land so verfallen ist.

Es gibt keine Quests mehr, die jetzt da sind, weil sie halt da sind. Niemand will mehr, dass man aus irgendwelchen Tieren Körperteile schneidet, weil man halt Hunger hat, oder dass man halt die Gegner da draußen tötet, weil das eben die Gegner sind die da draußen stehen.

Die Entwickler machen sich sogar in dieser Quest darüber lustig: Der Mann hier ist noch ein Anfänger im Questgeber-sein und hat irgendwie keine Ahung von dem Job. Entsprechend sieht auch seine Quest aus.

Es gibt natürlich immernoch Töte- und Sammelquests. Sie sind aber alle Sinnvoll und dienen einem Zweck. Das beste war in der Brennenden Steppe – hier soll man Felle von einer Tiersorte, Drachenbabies und eine Flüssigkeit sammeln – und wenn man jede der drei Quests gemacht hat, erscheinen die Sachen hinter dem Questgeber. Diese Rückmeldung: „Ja, du hast das wirklich gerade gemacht, und wir werden darauf noch eingehen“, das hat mich begeistert. Hinzu kommt: Alle gesammelten Sachen sind Kernrelevant für die Handlung in dem Gebiet.

Nachher infiltriert man übrigens auch die Schwarzfels-Orks, mit einer ausgeklügelten Maskerade. Ein drittel der Quests in dem Gebiet erfüllt man für den Feind, während man über Funk anweisungen von dem Herrn mit dem roten Stirnband annimmt, um insgeheim Sabotage zu betreiben.

Das ganze endet übrigens unter anderem damit, dass die verzweifelten Führer der Orks in den Kampf ziehen wollen, der dafür beschworene Grubenlord aber lieber die Orks zerdeppert. Sorry, meine Schuld! (Das hier ist übrigens während einer Cutscene)

In jedem einzelnen Gebiet gibt es solche Quests – sogar in jenen, in denen man früher nichtmal ansatzweise bemerkte, was denn dort sein sollte.

Man folgt immerzu einem größeren Handlungsstrang, den ich ohne zu zögern mit der epischen Questreihe von HdRO vergleichen will, regelmäßig macht man aber auch nebenbei kleinere Handlungen – aber es gibt immer einen Sinn und Zweck, man ist nie mehr die hirnlose Tötungsmaschine, die von den NPCs herumgeschubst wird, um irgendwas zu tun.

Das liegt unter anderem auch daran, dass die NPCs auch oft selber mal was tun!  Der Herr mit dem roten Halsband reist mit einem durch die Brennende Steppe. Immer mal ist man mit wichtigen Personen gemeinsam unterwegs, oder stellt fest dass jemand, während man beschäftigt war, irgendwas gemacht  hat. Sie stehen natürlich  immernoch viel rum und geben einem Aufträge – aber man wird von ihnen respektiert und man merkt, dass diese Leute selber Persönlichkeiten haben und auch Ziele im Leben haben.  Etwas, was ich nicht über Elder Scrolls: Oblivion sagen kann.

3. Wie Praktisch ist es oder „Ey, geh mal nach Afrika und hol mir deren Bier, das mag ich so“

Diese Kategorie beschäftigt sich damit, wie gut die Quests sind, wenn man von ihrem Inhalt mal absieht. Lange, bevor Cataclysm in Aussicht stand, habe ich ja schon darüber geschrieben. Und was soll ich sagen: Ich hatte komplett recht.

Die Wege wurden verbessert. Wenn man jetzt eine Aufgabe bekommt, löst man sie in der Nähe. Warum sollten die NPCs einen auch nach Timbuktu schicken, um irgendwas dort zu machen, damit haben die doch gar nichts zu tun.

Quests liegen ausserdem sinnvoll zusammen. Das ist einer der Punkte, die mir am wichtigsten sind. Man nimmt eine Quest an – und kann direkt noch zwei weitere bekommen, weil die NPCs die daneben stehen sagen „Ey, wo du grad dahin gehst, kannste für mich auch noch…“

Man muss eigentlich nie zweimal in ein Gebiet. Der alte Idiotenfehler „Danke dass du mir Milch aus Rewe gebracht hast. Bring mir jetzt bitte Eier aus Rewe“ ist vorbei.

Typisch sind sachen wie „Ey, töte mal die Typen die uns belagern.“ „Genau, deren Anführer kannste direkt mitnehmen. Hier, das hier wird dir dabei helfen.“ „Die haben auch mehr Vorräte als wir – bring davon mal was mit“ –  Questtypen werden also oft vermischt, damit man nicht immer nur rumtötet oder nur Sachen aufsammeln muss.

Man bekommt auch weniger Quests gleichzeitig – dadurch wird man nicht so vollkommen zugeballert und weiß nicht wo man hingehen soll. Die Orte, wo sich die Gegner aufhalten, sind auch sehr genau definiert und eher klein, anstatt über die ganze Karte gezogen zu sein. Alles zusammen sieht das dann zum Beispiel so aus (Jede Zahl steht für eine Quest)

Es ist nicht schwer, da den Überblick zu behalten, gell?  Es gibt aber noch eine Menge kleinerer Veränderungen, die das Spielen praktischer machen.

Eine Frage, die sich WoW-Spieler seit Jahren stellten lautet „GOTTVERDAMMT warum haben diese Wölfe alle keine Schwänze?!!“ – Wenn man fünf Wölfe tötet und gnädigerweise einer von ihnen eines der Quest-Items dabei hat, ist das äußerst ärgerlich. Das Problem wurde gelöst, indem man die Dropraten immerzu aufwärts von 80% hat – wenn mal einer das Item nicht dabei hat, ist das selten. Wenn die Entwickler wollten, dass man mit einer Quest länger braucht, soll man halt 15 statt 8 Items sammeln.

Questitems sind übrigens nicht mehr verkaufbar. Ja, sehr kleine Änderung. Aber wer schonmal Westfall-Eintopf machen musste und sich dann der existenziellen Frage stellen musste, wieso das Spiel einem nicht Gesagt hat, dass diese Müll-Keilerlenden wichtig waren, wird verstehen wie entscheidend dies ist.

Nachtelfen-Spieler kennen vielleicht auch noch Ban’Ethil, den Grabhügel in dem sie sich mit 100% sicherheit hilflos verlaufen haben. Heute wird man darin von einem NPC begleitet, die einem mithilfe von grünem Nebel zeigt, in welche Richtung man gehen muss, um die Quest-Items zu finden.

Einige Quests kann man auch sofort abgeben, wenn man sie gelöst hat – man muss nicht mit NPCs reden. Das hier ist nicht nur ein praktisches Feature,  sondern gibt auch vielen Quests einen komplett neuen Sinn,  einige male erzeugte das bei mir sogar Athmosphäre.

Die allseits bekannten Großwildjagd-Quests im Schlingendorntal zum Beispiel. Früher gingen die so: „Hey, töte doch mal 20 junge Panther.“ „Gut gemacht, jetzt töte doch mal 20 Panther.“ „Toll, jetzt töte mal 10 erfahrene Panther.“  –  Hat man heute eine Quest gemacht, bekommt man direkt die nächste und muss erst zurückkehren, wenn man die ganze Reihe geschafft hat.

In den Östlichen Pestländern wird man mithilfe von Telepathie darüber informiert, was man tun soll. Man spart sich vier mal in die Stadt zurückzukehren und wieder loszulaufen. Ausserdem finde ich „I hope you don’t mind me mindcontrolling you“ sehr cool – davon sprach ich,  als ich meinte dass man so auch einen neuen Geschmack bei Quests erhält.

 

Wenn man mit einem Questgebiet fertig ist, kommt es oft vor, dass man weitergeschickt wird. Früher hatte jedes Gebiet vielleicht zwei Quest-Hubs – jetzt sind es oft fünf bis acht, was sehr nett ist. Man verlässt einen Bereich meistens, bevor man denkt dass es jetzt zeit dafür wäre – das heisst, man bekommt gar keine Gelegenheit, dass einem ein Bereich langweilig werden sollte.

Falls der nächste Quest-Ort nicht absolut offensichtlich zu finden ist, wird man übrigens meistens dorthin geführt – zum Beispiel indem man auf ein Pferd gesetzt wird, das einen dahin reitet, oder durch einen NPC der sagt „Hier durch die Büsche, da ist unser Versteck“.

Ausserdem gibt es etwa 3 mal so viele Flugpunkte wie früher. Alleine in Westfall gibt es jetzt drei.

Abschluss: Sogar WotLK sieht dagegen alt aus.

WoW hat sogar das Niveau der letzten Erweiterung übertroffen. Man spürt es im Detail: Die Quests sind noch interessanter, besser platziert und sinnvoller zu finden. Gerade jetzt kämpfe ich mich durch level 70-80, und nachdem ich weiß, wie gut  das Spiel geworden ist, ist es keine so große Wohltat mehr, durch die alten guten Gebiete zu reisen.

Negativ zu erwähnen ist allerdings, dass die Scherbenwelt, Level 60-70, keinerlei Veränderungen erlebt hat. Sie ist zum neuen Tiefpunkt des Spielgefühls geworden – und man merkt es an jeder Ecke. Ich hoffe, das folgende Bild sagt alles, was es dazu zu sagen gibt.

 

Enden möchte ich mit einer Quest, die alle drei Kategorien verknüpft.

Kennt ihr noch den Einbalsamierer im Dämmerwald? Der Mann, der am anderen Ende des Gebiets wohnt, der einen vier bis fünf mal über die komplette Karte schickt nur um mit jemandem zu reden, und der regelmäßig einen Elitegegner über die einzige Straße des Landes schickt, wodurch man die ohnehin schon lachhaft langen Laufwege oft doppelt gehen darf, weil man von dem Scheißviech zerlegt wurde?

Der Mann wohnt heute zwei Ecken hinter der Stadt und ist sehr erreichbar. Die Monstrosität schickt er in der letzten Quest seiner Reihe los – und endlich darf man sie besiegen. Die Landstraße terrorisiert er nicht mehr. Ich habe gejauchzt, als ich das Vieh endlich in seinen gebührenden Tod schicken konnte.

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Written by vetaro

19. Dezember 2010 um 2:21 am

Veröffentlicht in Internet, Spiele

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2 Antworten

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  1. Mae Govannen,

    ich habe mich schon gefragt, warum man dich nicht mehr in Mittelerde antrifft ^^.

    Yavannamire

    19. Dezember 2010 at 3:57 am

  2. Moment, die Scherbenwelt war früher *nicht* der Tiefpunkt von WoW? 😀

    Hmm der Beitrag bewegt mich ja *fast* dazu, mal wieder reinzuschauen. Goddamnit…

    Andre

    19. Dezember 2010 at 11:00 am


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