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Amnesia

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Hallo! Ich bin immernoch in Polen. Wenn alles nach Plan verläuft, befinde ich mich jetzt gerade im „ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz“ und bekomme einen Vortrag, der ähnlich ermutigend wie der Name des Ortes ist, und am Samstagabend komme ich dann zurück.
Ausser ich wurde irgendwo tödlich verletzt, in dem Fall erbt Phillippe alle meine Unterhaltungsmedien und ich möchte unreligiös beigesetzt werden.  In jedem Fall bekommt ihr jetzt ein bisschen was über ein Spiel erzählt.

Da wir durch die Einleitung schon in einer morbiden Stimmung sind, passt es auch super, dass wir von einem Spiel reden, in dem eigentlich alle tot sind.

Amnesia ist ein eher Silent Hilliges Horrorspiel. Das heisst, es hat Jumpscares echt nicht nötig sondern setzt darauf, dass man die ganze Zeit Angst hat, und zwar während einem die meiste Zeit überhaupt keine Monster vorkommen.

Das hat aber auch einen Grund: Während in anderen Horrorspielen immerzu das Problem vorherrschte, ob man Spieler mit einer schlechten Kampfsteuerung plagt oder den Monstern durch eine zu gute Kampfsteuerung den Angstfaktor nimmt, geht Amnesia den simpelsten weg:
Man ist einfach völlig unfähig, irgendwem wehzutun. Es bleibt in der Notsituation also nur die Flucht.

In Amnesia rennt man weg, versteckt sich im Schatten, klettert in Schränke und macht schnell die Tür zu, hoffend, dass die monster bald wieder abhauen. Und weil man in der Dunkelheit sitzt, bekommt man Kopfschmerzen und Halluzinationen, denn um die eigene geistige Gesundheit ist es auch nicht mehr so gut bestellt.

Man kennt das aus Call of Cthulluh: Die Wahrscheinlichkeit, ein Treffen mit übernatürlichen Killerwesen die es auf einen abgesehen haben bei gesundem Verstand zu überstehen (von „mit heilem Nacken“ mal ganz abgesehen) ist ziemlich gering.

Selbst wenn man die immer wieder auftauchenden Briefe und Tagebücher die man findet weitestgehend ignoriert – so wie ich, als ich feststellte, dass da zu Anfang eh nichts drin steht ausser „uuh, mysterie mysterie!“ – bekommt man durch mitgehörte Dialoge aus der Vergangenheit irgendwie mit, was früher alles geschah und zum heutigen Zustand (alle tot) führte.

Amnesia arbeitet mit verbesserten Möglichkeiten aus der Half Life 2-Engine. Man kann Sachen tragen und bewegen, um vor allem Türen vorsichtig zu öffnen oder zuzuschlagen oder sie mit  Gerümpel zu verbarrikadieren. Ausserdem gibt es einige Rätsel, die durch diese direkte Steuerung – anstatt einen Simplen „benutz dies“-button – viel eingehender wirken.

Zusätzlich ist die Grafik eher simpel – das Spiel verlangt nicht viel von Rechnern und hat aufgrund der Einfachheit auch gar nicht viel Potenzial für Fehler.

Während man zu Beginn noch ein bisschen ängstlich ist, ist das pure Aufwärmarbeit. Die ersten zwei Spielstunden scheinen nur dazu da, dass Leute, die sich für das Genre ungeeignet fühlen, aussteigen können, bevor etwas schlimmes passiert, denn später sind die Ereignise vom Anfang wie die Erinnerung an eine fröhliche Kaffeerunde.

Als erklärter Verachter von Jumpscares und Wertschätzer von gutgemachten Spielen jeglicher Art kann ich nur Sagen: Amnesia ist ein ziemlich gutes Ding. Spiele wie Dead Space und alle Resident Evils haben, was Angstmachen angeht, hier keine chance im Vergleich.

Oh, und vielleicht möchtet ihr diesen Link hier mal anschauen. Dieser Link hier.

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Written by vetaro

8. Oktober 2010 um 11:31 am

Veröffentlicht in Spiele

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