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Töten ist gut (für Mewtu)

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Kurze Notiz für mich selber: Zur Frage, ob es moralische Absolute gibt – ob töten immer böse ist, weil es im Universum eingebaut ist, oder ob z.B. Gott entscheiden könnte, dass es ab jetzt jetzt etwas Gutes ist.

Ich glaube, es ist nicht im Universum eingebaut, dass Töten (von Mitmenschen) böse ist. Es ist nicht unveränderlich falsch.

Sondern ich glaube, dass es für uns Menschen immer Falsch ist. Dass das Töten von Menschen immer als schlecht aufgefasst wird (das heisst nicht, dass sie es nicht tun). Weil wir eben soziale Wesen sind.

Ähnlich wie ein kleines Baby nicht ohne liebevollen Umgang überstehen kann, haben Menschen vielleicht ein tief eingebautes „Wesen die ich als die Meinigen erkenne zu Töten vermeiden“-Verständnis.
Und wenn man erstmal logisches Denken besitzt, ist „Ich sollte keine anderen Leute töten“ ja auch eine einleuchtende Überlegung. So wie „Ich sollte ab und zu ‚was Essen“.

Moralisch Absolut: Nein. In unserer Welt: Ja.

Aber hier ist eine interessantere Frage: Kann man sich eine Rasse Vorstellen, die Töten Gut findet?

Ich zumindest kann es nicht besonders gut. Ähnlich wie man annehmen muss, dass sich auch Aliens über natürliche Auslese und Evolution entwickeln würden, müssen wir wohl annehmen, dass diese Wesen einen evolutionären Nachteil hätten, wenn sie es für clever hielten, sich gegenseitig zu töten. Ich würde also annehmen, dass andere Rassen letztendlich zu ähnlichen Einstellungen kämen wie wir.

Es kann aber auch sein, dass unsere Denkmuster einfach zu sehr auf unseren geringen Horizont eingestellt sind. Nehmen wir mal an, dass sich etwas auf andere Weise etabliert hat.

Würde z.B. Mewtu irgendwo im Universum existieren, ein einzelnes, sehr mächtiges Wesen, das keine Fortpflanzung oder sozialen Kontakte braucht, aber durch Mord an Macht gewinnt – ich könnte mir vorstellen, dass es das Töten von anderen hochentwickelten Wesen für etwas gutes halten könnte.

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Written by vetaro

3. August 2010 um 9:07 am

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10 Antworten

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  1. Spätestens wenn die Überbevölkerung auf unseren Planeten überhand nimmt, können wir uns die Frage stellen ob Töten noch Moralisch sei „kleiner denkanstoss“. China hat ja eindeutig bewiesen das sie dieses Problem nicht in den griff griegen.

    Twinklos

    3. August 2010 at 2:02 pm

  2. ja, mach mal das Gedankenexperiment.

    Denk mal drüber nach. Versuch dir, die Situation vorzustellen. Du müsstest übrigens nicht selber töten, sondern wärst nur ein davon wissender Bürger. Du darfst die Situation dir so schön ausmalen wie du willst.

    Würdest du es gut finden?

    vetaro

    3. August 2010 at 6:50 pm

  3. Das Töten von bestehendem oder entstehendem Leben ist und bleibt aber ein no-go.
    Stellt sich die Frage, ob man mit dieser Einstellung mit jemandem fertig wird, der einem ans Leben will. Dann heißt es doch, er oder ich. Wobei man selbst natürlich immer die Variante offen hätte, den Angreifer nur kampfunfähig zu machen, wobei er nur seinen Trieb hat, ein Leben zu nehmen.
    So gesehen sind Mörder eigentlich nur arme Würstchen, da ihne nie in den Sinn gekommen ist, das es noch weitere Formen der sozialen Konfliklösung gibt.
    Überbevölkerung hin oder her, de facto gibt es auf der Welt genug Nahrung, Wasser und Lebensraum für die bestehenden Menschen. Das gravierende Ungleichgewicht beruht nur auf einer völlig unzureichenden Verteilung der Recourcen. In den Industrieländern werden alle Nase lang Wettessen veranstaltet und in einem dritte Welt Land muss ein komplettes Dorf hungern, weil eine Dürre/Überschwemmung/setzteeineNaturkatastrophedeinerWahlein die gesamte Ernte vernichtet hat.
    Eschbach hat in dem Buch „Eine Billion Dollar“ ein paar interessante Gedanken zu dem Thema und kommt schließlich zu dem Fazit: „Geld regiert die Welt“.

    Rinjehaun

    3. August 2010 at 6:56 pm

  4. Ob man dann tatsäclich tötet ist noch eine andere Angelegenheit, Rinjehaun – mir ging es nur um die frage, ob man das gut findet.

    vetaro

    3. August 2010 at 8:07 pm

  5. Mir fällt auch nach längerem Überlegen nur eine einzige Ausnahme ein, bei der mir die Vorstellung, jemand würde diesem Leben gewaltsam ein Ende setzen, nicht das Herz stocken lässt.
    Ansonsten müsste doch jeder Mensch, der mit einer gesunden Psyche bestückt ist, einen Widerwillen dagegen verspüren, ein Leben zu nehmen. Etwas so Entgültiges wie die Tötung eines Menschen ist auch für den Mörder (gesundes Geistesleben vrausgesetzt) extrem traumatisch. Es gibt Frauen, die in Notwehr jemanden getötet haben und danach psychologisch betreut werden mussten, da sie Beendung eines Lebens durch ihre Hand nicht verarbeiten konnten.
    Ich glaube Pratchett hat in „Eine Insel“ darüber geschrieben, wie kostbar ein Menschenleben ist und wie dumm Krieg und allgemein das Töten voneinander. Er erwähnte die Arbeit, welche Mütter/Eltern in die Kinder in all den Jahren stecken und was für eine Verschwendung es ist, wenn all diese Arbeit mit einem einzigen Schwerthieb zunichte gemacht wird.

    Also NEIN, ich bin gegen das Töten von Menschen.

    Rinjehaun

    3. August 2010 at 8:38 pm

  6. Wohingegen man den Tod von wirklich „bösen“ Menschen noch am ehesten hinnimmt. Die Hinrichtung Saddam Husseins zum Beispiel habe ich nur zur Kenntnis genommen und für gut befunden, denn all die Menschen, die auf seinen Befehl hin getötet worden sind, rechtfertigten irgendwie in meinen Augen, ihm sein Leben zu nehmen.

    Rinjehaun

    3. August 2010 at 8:43 pm

  7. Ich glaube du hast meine Äuserung etwas missverstanden, Vetaro.
    Es ging nicht um mich, sondern das die chinesische Regierung seit Ende 1979 die Ein-Kind-Politik verfasst hat (nur um mal ein Beispiel zu nennen) was natürlich zahlreiche, weitere Probleme mit sich bringt.
    Der „Gedankenstoss“ sollte nur dazu dienen, sich einmal vorzustellen wie es in absehbarer Zukunft aussehen mag, womöglich…

    Twinklos

    3. August 2010 at 9:48 pm

  8. Twinklos, das ist mir bewusst. Meine Behauptung war jedoch, dass es für geistig gesunde Menschen keine Situation gibt, in der diese Leute Mord gut fänden.

    Ich hatte dir vorgeschlagen, dass du dir die von dir angedeutete Situation ausführlich vorstellst, weil ich glaube, dass auch diese meine These nicht umwirft.

    In einer Situation heftigster Überbevölkerung (stellen wir es uns so grässlich vor, wie wir überhaupt können. So wie New York, mit 4 mal mehr Bewohnern z.B.) kann ich mir vorstellen, dass Leute einen Anlass sehen, um etwas dagegen zu tun.

    Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der bei so einem anti-überbevölkerungsmord dabei ist, das für gut befinden würde.

    Wo wir übrigens gerade in der Ecke sind: Nein, Nazis und so zählen nicht. Hasstäter halte ich nicht für geistig gesund. Ausserdem hielten die Nazis ihre Opfer ja gar nicht für Menschen wie sich selbst.

    vetaro

    4. August 2010 at 2:28 am

  9. Hm, wenn man in die Geschichte schaut, gibts genug Fälle, wo Töten von anderen Menschen als gut empfunden wurde, ohne dass ihnen vorher ihre Menschlichkeit abgesprochen wurde. Meistens dann, wenn es um den Erhalt der eigenen Gesellschaft und deren Ordnung ging. In dem Sinne „Wer die Stabilität meiner Lebenswelt bedroht, muss weg“:
    Beispiel Hexen: Die waren Menschen, wenn auch beängstigende, und die wurden von ihrer eigenen Dorfgemeinschaft ausgeliefert, eben weil sie Ordnung und Ruhe störten.
    Beispiel Katherer: Ketzer, die etwas anderes glaubten und im Namen Gottes getötet wurden. Todesdrohung als Erpressung, sich der richtige Clique anzuschließen, und wer nicht mitspielt, an dem wird ein Exempel staturiert, um die eigene Gruppe zusammen und stark zu halten.
    Ich denke, wir sind heute gegen Töten im Allgemeinen, weil wir Individualität schätzen (im Sinne von „Der Mensch hat vielleicht Kinder“ oder „Der Mensch erfindet vielleicht das Mittel gegen Krebs“). Früher war man Teil einer größeren Gemeinschaft, das höchste Gut war die Gemeinschaft und da galt der Erhalt dieser Gemeinschaft alles. In kleinerem Rahmen sieht man das heute noch in der Mafia oder in der Selbstjustiz von Eltern an den Mördern ihrer Kinder.

    Liaht

    6. August 2010 at 7:06 pm

  10. der these widersprechen tut, dass es vieke menschen gibt die kein problem haben über leichen zu gehen. ich denke da an soldaten, politiker_innen, superreiche, mafiosi bzw gangs generell… es gibt viele menschen die andere menschen umbringen oder ihren tod in kauf nehmen. auf den standpunkt kommt es an, man kann sich notfalls auch zurechtreden warum man leute verhungern lässt obwohl man die macht dazu hätte das zu ändern.

    [Anmerkung Vetaro: Wenn ihr euch „sffds“ nennt, ist es kein Wunder, wenn ihr in der Spam-Warteschlange landet.]

    Spamname

    8. August 2010 at 4:21 am


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