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WoW: Zu meiner Zeit mussten wir den ganzen Weg laufen!

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Es ist endlich mal wieder Zeit, über WoW zu reden. Heute: Warum Cataclysm eine unheimlich gute Idee von Blizzard ist.

Nein ehrlich. Ich halte es für die (was mein Verständnis vor dem Erscheinen angeht) beste Erweiterung, die WoW an diesem Punkt haben könnte. Es ist ja so: Nordend ist, was das Leveling angeht, unheimlich gut. Sogar extrem-Raider wie Bushido, die sagen, dass ihnen das Leveling egal ist, müssen das zugeben.

Das Problem ist: Nordend ist für Level 70-80 gedacht. Wer das zu sehen bekommt, muss also schon einiges durchgemacht haben.

Da ich ja den ganzen Tag in HdRO-Foren rumlungere, bekomme ich immer wieder mit, was die Leute von WoW halten. Früher fiel das noch nicht so auf, aber heute ist es offensichtlich: Die Leute, die WoW bemeckern, geben uninformierte Argumente ab. Sie haben Nordend noch nie gesehen und beschweren sich über Inhalte, die im Jahr 2004 in das Spiel eingefügt wurden.

Wer heutzutage eine Testversion spielt und das Spiel zum ersten mal sieht (so Leute gibts ja echt) bekommt ein ziemlich veraltetes Spiel zu sehen, das überhaupt nicht so unterhaltsam ist, wie es sein könnte.

Bis Level 70 kann man berechtigt kritisieren, dass „Töte X Eber“ und „Bringe mir X Wolfsfleisch“ einen enormen Großteil der Quests ausmachen. Ausserdem gibt es noch „Reise mal zu diesem Typen am anderen Ende des Kontinents mit dem du nichts anfangen kannst“-Quests, die den Aufwand kaum Wert sind.

Die aktuellen Teile des Spiels sind bloß halt schon längst viel weiter. Es ist ja nicht nur so, dass man neuerdings auf Drachen reitend orte mit Feueratem aufmischt, gemeinsam mit großen NPC-Gruppen fliegende Gegner vom Himmel schießt, sie ankettet und dann besiegt oder dass man in riesigen NPC-Schlachten mit 300% erhöhten Attributen mitkämpft.  Nein, es gibt Handlung.

Andauernd spielt man unheimlich lange Quest-Stränge, in denen man immer wieder neue, überraschende Sachen macht, wo wichtige Charaktere eingreifen und wo es immer wieder richtig kracht, teilweise mit fast-globalen Ausmaßen (dies ist ein Forenbeitrag, in dem ich nochmal elaboriere, was ich von der Handlung noch im Kopf habe).

All das was ich eben gesagt habe, lässt sich aber sehr schwer quantifizieren. Nichtmal mithilfe von Tentakeln. Ich werde mich daher auf eine neue Methode berufen, um zu vergleichen, inwiefern aktuelle WoW-Inhalte besser sind als frühere WoW-Inhalte: Questwege.

Meine Behauptung ist: Die Questwege in der Alten Welt von WoW – alles bis Level 60 – sind größtenteils Scheisse. Nicht nur ist die Orientierung oft schwer, sondern Wege sind unpraktisch gelegt, teilweise fühlt man sich richtiggehend verarscht. Im folgenden lassen wir also Qualität mal beiseite und reden nur davon, wie weit man laufen muss und wie unangenehm es ist.

Hierfür habe ich einmal zwei karten aus frühen Spielbereichen bearbeitet. Hier haben wie das Rotkamm-Gebirge. Blau ist die Basis, der „Quest-Hub“, an dem es all die Aufgaben gibt, rot sind die Orte, wo man die Aufgaben erfüllen muss und die Wege dorthin. Bei Schwarz ist der Friedhof wo man landet falls man stirbt. (Es gibt natürlich noch an anderen Stellen Quests, ich wollte nur die Karte nicht überladen.)

Je höher man im Level steigt, desto weiter nach Osten muss man, um hier Quests zu erledigen. Jedes einzelne mal muss man also fast das gesamte Gebiet durchqueren, nur um endlich vor Ort zu sein.

Der lange Weg, der zu den Quests im Norden führt, ist übrigens von aggressiven Orks gesäumt, die (zu beginn) 4 Level über einem selber und immer mindestens zu zweit sind. Das bedeutet, dass man regelmäßig stirbt, während man eigentlich weiter wollte, oder zumindest dass man unheimlich weit laufen muss, damit sie einen in Ruhe lassen. Meist rennt man auf dem Weg dann in die aggressiven Spinnen rein, die direkt danach lagern, und wird von denen  niedergemacht. Oder von einem der kleinen Drachen, die einen unheimlich hohen Schadens-Output haben.

Hinzu kommt, dass es nur einen Weg gibt. Der Immerruh-See ist nämlich, das sieht man auf der Karte nicht gut, nicht so einer mit Sandstrand rundherum. Nein, er ist umringt von hohen Klippen. Das heisst, es gibt auch keine sinnvolle Alternative zu dem Spießrutenlauf, wenn man mal seine Quests machen will. Und wenn man stirbt, landet man direkt wieder ganz im Westen.  Vielen Dank.

So auf dem Papier sieht der Dämmerwald gar nicht so schlimm aus. Ist doch schön geordnet,  einzelne Quests liegen offensichtlich in einzelnen kleinen Bereichen, und der Weg ist auch ganz simpel. Stimmt! Nicht.

Erst einmal: Ohne Questhilfe hier rumzurennen ist scheisse. Es erklärt einem schließlich niemand, dass praktisch alle Quest-Orte südlich des langen Pfades sind, der einmal von osten nach westen durch den Ort geht. Die Karte ist dann natürlich auch noch nicht aufgedeckt. Hinzu kommt auch noch, dass man schon wieder nachher für jeden Pups ans komplett entgegengesetzte Ende der Karte laufen muss. Und ich rede tatsächlich von Pupsen. Am Rabenflucht-Friedhof links auf der Karte wohnt ein alter Typ, der einen drei oder vier mal nach Dunkelhain schickt, nur um dort mit Leuten zu reden.

Wenigstens hat man irgendwann gemerkt, dass es scheisse ist, wenn man nach dem Tod wieder im Osten steht, weshalb es am Tor des Rabenflucht-Friedhofs jetzt auch einen Punkt zum Wiederbeleben gibt. Damit geht einem bloß sogar die Option flöten, sich ins Schwert zu stürzen, damit man wieder an der Basis landet – oftmals muss man dabei nur noch weiter rennen.

Habe ich erwähnt, dass regelmäßig eine Elite-Monstrosität vom Friedhof nach Dunkelhain rennt, die unschuldige, unaufmerksame Spieler mit zwei Schlägen tötet? Jaa-ha. So witzig sind die Entwickler nämlich.

Und jetzt kommt Nordend. Ich habe das ganze leider nicht mehr ganz so gut im Kopf, aber die Gebiete hier funktionieren ungefähr so:

In Nordend sieht all das etwas anders aus. Einerseits gibt es, wie man sehen kann, viel mehr kleinere Quest-Hubs. Andererseits liegen diese direkt neben den zu erfüllenden Aufgaben.

Die Quest-Wege werden dadurch ungemein abgekürzt. Ausserdem wird es somit möglich, viel klarere Wegbeschreibungen zu geben. Zim’Torga, im weiss markierten bereich der Karte, kann klar auf die standpunkte nördlich, nordöstlich, westlich und südlich verweisen – wer sich da noch verläuft, kann keinen Kompass lesen.

Die Quests oben Links, bei Voltarus, werden von einem einzelnen NPC gegeben, einem Todesritter. Nicht nur handelt es sich dabei um eine der coolsten Questreihen, teilweise kann man den Typen sogar herbei rufen, um schnell die Aktuelle Aufgabe abzugeben und direkt zur nächsten zu gehen. Das ist beinahe schon dekadenz.

Das waren natürlich nur Beispiele – es zieht sich aber durch die allermeisten Gebiete. WoW Level 1-60: Scheisse.     70-80: Geil.

WoW ist in den unteren Regionen einfach unheimlich angreifbar. Viele Spiele haben sich schon längst weiterentwickelt und sind interessanter als das. Wenn eine Überarbeitung all dieser Regionen – und das scheint ja zu geschehen – nun nicht nur alle Quests modifiziert, sondern Quest-Hubs verlegt, teilweise Gegenden für völlig neue Level zuordnet – dann hat WoW den größten (sinnvollen) Kritikpunkt am Spiel endlich geschlossen.

Vorausgesetzt, sie verbocken es nicht und überlassen die Aufgabe Azubis. Aber wer würde das schon glauben.

Ich bin jedenfalls äußerst positiv eingestellt, was diese Veränderung angeht – die fünf Level im oberen Bereich werden ohnehin gut, das war ja sowieso abzusehen. Goblins und Worge? Ach, mir doch egal. Raids? Auch in Ordnung. Aber 80% der Landmasse des Spiels wieder einem Sinn zuführen – oh bitte, her damit!

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Written by vetaro

16. Mai 2010 um 12:03 am

Veröffentlicht in Spiele

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6 Antworten

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  1. Denke auch dass Cataclysm ein sehr gutes Addon wird, besser als WOTLK, was bisher das eindeutig beste war, auch im Endcontent, das einzig nervige ist das Markensystem, welches jedoch extrem Casual-freundlich und deshalb eigentlich gut ist.

    Philippe

    16. Mai 2010 at 12:22 pm

  2. Es ist dir egal, dass die wohl Furry-hafteste Rasse, die es in WoW wohl gibt, implementiert wird? DU? O_o!

    Kontext

    18. Mai 2010 at 6:38 pm

  3. Hunde- und Katzenfurries haben mich noch nie interessiert. Werwölfe noch weniger.

    Leute, die im Kopf menschen sind, und nur manchmal so aussehen wie Tiere, sind aus meiner Sicht unspannend :O

    vetaro

    18. Mai 2010 at 8:31 pm

  4. Danke für Deinen sehr interessanten Beitrag und die Arbeit mit den Karten vom Rotkammgebirge und aus Düsterwald. Hab mich da auch immer drüber geärgert, das ständige Zurücklaufen vom Friedhof oder von Sven zum Ortskern. Trotzdem bin ich dann auch wieder gern in diesen Gebieten, weil so viele Erinnerungen damit verknüpft sind. Und die Atmosphäre bleibt trotzdem toll. Bin mal gespannt, was Cataclysm aus dem Spiel macht und ob dann nicht doch etwas verlorengeht, wenn man einige Dinge nicht wiedererkennt. Die neuen Rassen interessieren mich eigentlich weniger. Und bin gespannt, was aus den BGs wird. Hatte jetzt einige Zeit nicht mehr gespielt und dann gesehen, dass man die Abzeichen abgeschafft hatte – endlich – denn einige BGs gingen ja gar nicht mehr zu spielen (Alterac mit Lvl 70 oder Auge des Sturms). Also warten wirs ab…

    haxtholm

    6. Juni 2010 at 9:09 pm

  5. […] natürlich: Dieses Spiel hier ist mitlerweile drüber hinweg. Die Beta hat es klargestellt: Sogar mein früheres Hass-Gebiet […]

  6. […] wenn man von ihrem Inhalt mal absieht. Lange, bevor Cataclysm in Aussicht stand, habe ich ja schon darüber geschrieben. Und was soll ich sagen: Ich hatte komplett […]


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