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Red Faction Guerilla

with one comment

Der Grund für die Stille diese Woche.

Eigentlich ist Red Faction Guerilla eines dieser Spiele, die zurecht mitlerweile 20 € kosten und die man lieber schnell wieder zurück gibt.

Die Entwickler haben alle ihre Kraft in die Engine des Spiels, die eine völlige Zerstörung von allem (ausser dem Boden) erlaubt, gesteckt. Ausserdem haben sie es geschafft, eine AI zu entwickeln, die einem einfach nicht auf den Sack geht.

Aspekte wie Charaktergrafik (tief im Uncanny Valley), Handlung (Revolution gegen die böse Regierung auf dem Mars. Sie ist böse, weil sie böse ist. Purer Selbstzweck.) oder Tiefgang haben keinerlei Aufmerksamkeit erhalten. Das Spiel basiert darauf, dass man Kram in die Luft jagt. Als erstes mit Haftgranaten, zuletzt mit einer Art Thermo-Nuklearraketen.

Vielleicht erinnern sich einige noch daran, was an GTA 2 gut war: Unverwundbarkeit, alle Waffen, Elektrocuter mit endloser Munition und dann Verfolgungsjagden und Autos stapeln und in die Luft jagen. Dass man das in GTA IV nicht mehr kann ist für mich der größte Mangel überhaupt. Und RF:G füllt diese Lücke. Es hat sogar einen Electrocuter, der praktisch exakt gleich funktioniert!

Das Spiel an sich ist nicht kurz und hat mich ein Wochenende des andauernden Spielens beschäftigt gehalten – hat man es geschafft gibt es noch eine ganze Handvoll completionist-Aufgaben (zerstöre alle Propaganda-Schilder, erledige alle Aufgaben und so).  Alles eine ganz solide 20€-Investition.

Aber: Der Multiplayer-Modus.

Ich muss das mal kurz erklären: Vor einer Weile habe ich mir wieder Multiplayer-Rechte für die Xbox besorgt. Ich wollte Bioshock 2 online spielen.

Problem: Das Spiel ist verlassen. Ich habe in 4 Stunden ein einziges Match gefunden. Das liegt auch daran, dass es knapp 15 Spielmodi gibt, und keine „Schnelles Spiel“-Option. Man muss also jeden einzelnen Modus nacheinander aufrufen, in der Hoffnung dass in irgend einem irgendwer sitzt. Wie blöd kann man als Entwickler sein, die Schnellspiel-Option raus zu lassen?!

Dann habe ich GTA IV ausprobiert. Ähnlich beschissenes Handling, andauernd verlassen alle Leute die Lobbies, bis ein Spiel startet muss man mit Glück 5 minuten Rumrödeln, und dann spielt man meistens mit Leuten, die einen mit ’ner Pistole one-hitten.

Dann habe ich frustriert wieder Halo 3 angeworfen. Bis hier ein Spiel startet dauerts oft 3 minuten, in der man (ähnlich wie bei 9Live) dermaßen viele „Jetzt geht’s gleich los!“-Counter angezeigt bekommt, dass man sich verarscht fühlt. Und dann wird man von fünf Vollprofis die auch nur als Team auftreten in den Boden gerammt, weil man es gewagt hat, mal mit einem zufälligen Team reinzuschauen.

Ich hatte schon immer angenommen, dass ich einfach so ein typischer mittelmäßiger Spieler bin, der’s halt im Gegeneinander-Spiel nur so ein bisschen drauf hat.

Und dann habe ich Red Faction Guerilla online gespielt. Um 2 Uhr nachmittags (selbst in Rock Band 2 ist zu der Zeit tote hose) klickt man auf „schnelles Spiel“ und innerhalb einer Minute – alle Ladebildschirme mitgezählt – geht es los.

Falls das Schwer zu erkennen ist: Das ist ein riesiger Nahkampf-Walker, der ein Haus zertrümmert, indem er hindurch läuft.

Und dann stellt sich heraus, dass ich anscheinend doch nicht schlecht bin. Besonders wenn es nicht darum geht, die meisten Kills zu sammeln, sondern Gebäude zu zerstören bzw. den Gegner davon abzuhalten, finde ich mich in RF:G plötzlich an der Spitze der Spieler-Liste wieder.

Ich weiß nicht, was genau es ausmacht – aber der Multiplayer-Modus von RF:G ist ein Highlight meiner bisherigen Xbox-Erlebnisse. Er ist motivierend, belebt, fair, man kommt besser in Spiele rein als bei Halo 3, und dann kommt noch hinzu, dass diese Havoc-Engine, mit der man Gebäude zerstören kann, spielerisch ein Geschenk Gottes ist.

Einen Turm seitlich abzureissen und ihn auf einen Gegner  stürzen zu lassen – oder die Beine einer Brücke zu zerstören und den darauf stehenden Gegner mit Fernzünder-Minen  zu einem herunter fallen zu lassen – oder einfach eine Wand mit dem Hammer zu zertrümmern und die Person dahinter mit dem fliegenden Geröll umzuhauen… das gefällt mir viel besser als dieses endlose „Maschinengewehr – zielen, draufhalten, wer besser ausweicht und zielt hat gewonnen“.

Also. Red Faction Guerilla – Geheimtipp, und ein Spiel das ich wahrscheinlich noch eine ganze Weile spielen werde.

Achja: und der Protagonist sieht aus als hätte er ’nen Feuerwehr-Anzug an.

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Written by vetaro

8. Mai 2010 um 12:03 am

Veröffentlicht in Spiele

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Eine Antwort

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  1. […] erinnert ihr euch noch an den Spaß den ich vor fast genau 13 Monaten mit Red Faction Guerilla, dem dritten Teil der Serie, hatte. Ich hab’ damals folgendes zu dem Spiel gesagt: Die Story […]


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