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Plakatreview: Tierschutzpartei

with 6 comments

Bald ist wieder ’ne Wahl. Schon vor der letzten dachte ich mir: Was für blöde Plakate. Und jetzt tue ich endlich, was ich schon lange hätte machen sollen: Plakate kritisieren.  Auftakt: Die Tierschutzpartei.

Diese Partei, die das unheimlich praktische und positive Kürzel MUT bereits vor 13 Jahren ablegte, bekommt von mir den Award für billigste und offensichtlichste Manipulation. Vor Jahren hatte die „Titanic“ mal ein CDU-Plakat erstellt, auf dem ein Hunde- und ein Katzenbaby aufeinander liegen, mit der politischen Überschrift „Ooooch“. Auf dem Level ist die vegane Partei offensichtlich auch.

Eine Schwäche des Plakates ist folgendes: Sie hat zu viel Text. Der Slogan oben ist schön und nicht übertrieben. Aber „Aus Protest und aus Verantwortung“ liest sich huckelig, so wie „In Ulm und um Ulm herum“. Die Partei mit dem sympathischen Regenbogen hat dann zwar drei Schlagworte (und mehr können sich Werbekonsumenten auch nicht merken), aber es sind trotzdem viele Worte – vor allem, wenn man sich MUT merken könnte.   Aber fünf Minuten nachdem ich das Plakat zum ersten mal sah, rätselte ich, in welcher Reihenfolge die drei Worte vorkamen, und welche genau es nochmal waren, und das ist schon ein Problem.

Und dann überdenke man das Plakat. Wofür steht die Partei, was will sie einem Mitteilen? Tierschutz, okay. Umwelt, das macht das nächste Plakat klar. Aber „Mensch“? Das klingt, als hätte man einfach ein drittes Wort gebraucht, weil die anderen beiden sich sonst so alleine gefühlt hätten.

Bei mir setzt dann ausserdem immer noch der positiv-Zweifel ein. In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass Parteien, die sich als Schützer und Befreier und dergleichen darstellen, gerne mal Gefährder und Einkerkerer sind (das Phänomen nennt sich Projektion). Aber andererseits, was könnte eine Tierschutzpartei dann schon tun? Tiere misshandeln ja wohl kaum. Trotzdem hinterlässt das Plakat den faden Beigeschmack, dass die Partei nicht viel tut. Dass sie so allgemein-Gutmenschliche Sachen wie Tiere und Natur schützen will und ansonsten eigentlich nichts besonders gut kann oder will. Und das fühlt sich irgendwie nicht befriedigend an.

Fazit, Plakatfähigkeit zur Wählerüberzeugung: 2/5

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Written by vetaro

16. April 2010 um 3:35 am

Veröffentlicht in Realität

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6 Antworten

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  1. So ein putziges Plakat habe ich bei uns noch nicht gesehen. Thanks for sharing.

    Aber wenn das schon zu viele Worte hat… was wird dann erst mit dem Plakat der Piratenpartei?

    Thorn

    16. April 2010 at 8:53 am

  2. Daran hab ich auch sofort gedacht :O

    Philippe

    16. April 2010 at 12:21 pm

  3. sie könnten schon tiere quälen. so wie peta. die scheißen gerne mal auf tierrechte, wenn es um werbemaßnahmen geht.
    hier was dazu: http://www.oekologismus.de/?p=363

    stevie

    16. April 2010 at 2:09 pm

  4. 1. ökologismus.de bekommt eine fragwürdige bewertung von Web of Trust und hat einen langen, in frage stellenden Kommentar darunter
    2. warum machen die das, und allgemein-hä?

    vetaro

    16. April 2010 at 5:49 pm

  5. Dieses Plakat ist gleich für mehrere Sachen ein Beweis, oder nicht? Erstens gibt es zu viele relativ überflüßige Parteien in Deutschland (mein Lieblingsbeispiel die PRODM, eine Partei, die sich für die Wiedereinführung der D-Mark einsetzte, gibts nicht mehr) und die Leute, die Wahlplakate entwerfen, haben so langsam keine guten Ideen mehr…wenn man an das schöne CDU-Plakat für Vera Lengsfeld denkt…vier Möpse für ein Halleluja.

    smintili

    16. April 2010 at 8:25 pm

  6. zu dem“vegane Partei“:

    Ich bezweifle das diese Leute Veganer sind.
    Wir Veganer sind nämlich way to cool für Tierschutzpartei und Peta.
    Gründe dafür: Tierrechtler sind Leute, die sagen: „Hey, sperrt die Hühner doch in etwas grössere Käfige bitte.“ statt zu sagen das es einfach gar nicht klar geht Lebewesen in Käfige einzusperren.
    Tierschützer sind nicht an einer Abschaffung des millionenfachen Mordes interessiert sondern an einer „Verbesserung“ des Mordes. Sie betreiben also quasi Kosmetik für die Fleisch- Ei- und Milchindustrie.
    Deswegen wollen 90% der Veganer mit denen nicht unbedingt etwas zu tun haben.
    Ausserdem hat die Tierschutzpartei Verknüpfungen zu der antisemitischen Sekte „Universelles Leben“.

    Das Plakat find ich übrigens auch Superscheisse. Da steht was davon das man Tierschutz ernst nehmen soll, und dann macht man darunter ein süsses Häschen.
    Passt ja prima.

    kopfproll

    23. April 2010 at 1:48 pm


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