Hu

60 Stunden Final Fantasy

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Habe gerade Final Fantasy XIII durchgespielt. Weitere Gedanken zum Spiel.

Nach 20-25 Stunden, nachdem man die ersten beiden Spiel-Disks hinter sich hat, kommt man endlich in Freiheit.
Vor einem liegt eine große, weite Ebene. Möglicherweise kennt ihr noch „Fish“, das Spiel, bei dem man kleinere Fische fressen und größeren Fischen ausweichen muss, bis man groß genug ist, um auch diese zu verschlingen.

So funktioniert das Spiel ab hier. Ich habe in vielen Jahren nicht mehr das Gefühl gehabt, durch Leveling wirklich stärker zu werden, aber dieses Spiel hat die Motivation endlich wieder hergebracht.

Und oft ist das auch tatsächlich nötig – mehrfach trifft man auf gegner, bei denen man die Taktik kennt, aber bei denen eine Handvoll mehr HP und Kraft einfach den Unterschied machen.

Tatsächlich habe ich mich freudig bis zu albernsten Grinding-Aufgaben herabgelassen. Unter anderem habe ich eine bei weitem zu schwere Mission gelöst, indem ich den Boss darin 120 mal mit dem „Tod“-Spruch besiegt habe (er konnte die Party mit 2 schlägen auslöschen, aber man kann ja unendlich oft neustarten), um dadurch ein Amulett zu gewinnen, mit dem ich doppelte Erfahrung erhalte.

Das Ergebnis war, dass ich, nach einem sehr knappen Scheitern beim ersten Endboss-Versuch, zwei Stunden Später den Endkampf mit perfekter Wertung schaffte (Achievement, 80 Punkte).

Die Architektur in FF 13 ist motivierend und positiv-zukunftsmäßig, gleichzeitig aber oft nicht völlig unrealistisch.

Tatsächlich ist das Kampf- und Erfahrungs-System das Beste, was FF XIII zu bieten hat, was mich angeht. Denn die Handlung… Nun, wenn man die Prämisse kennt, die auch in der Anleitung steht, kennt man eigentlich die ganze Handlung.

Bevor wir dazu kommen zeige ich euch aber kurz die zweite wirklich wirklich gute Videosequenz im Spiel (die erste hab‘ ich im ersten Post zum Thema FF 13 untergebracht). Wer das Spiel wegen der Videos sehen will (so wie bei Diablo 2), keine sorge: Das hier ist das beste Video im Spiel. Keinerlei Spoiler, übrigens. u.A. weil’s auf Japanisch ist.

[Youtube=http://www.youtube.com/watch?v=xx-LTk1hQQs]

Also. Soll ich das Setup erklären? Ich mach’s mal. Es gibt hier vier Fremdwörter, aber ich halte es so gering wie möglich.

Prämisse: Auf dem Planeten Cocoon gibt es sogenannte Fal’Cie, sozusagen Schutzgottheiten, die alles mögliche am Laufen halten. Es gibt einen Fal’Cie der Nahrung, einen der Energie, und so weiter, ein ganzer Pantheon. Das folgende Bild zeigt einen von ihnen.

Diese Wesen können die Menschen mit einem Symbol brandmarken, sodass sie zu L’Cie werden. Jeder mit so einem Symbol muss eine bestimmte, nicht näher definierte Aufgabe erfüllen (die aber meist mit der Verteidigung/dem Angriff auf den Feind zu tun hat). Schafft er es nicht in der nötigen Zeit, wird er zu einem hirnlosen riesen-Monster. Schafft er es, erstarrt er zu einem Kristall.

Über der Welt Cocoon schwebt der Planet Pulse, der der Feind ist. Von ihm kommt alles was Böse, grässlich und sonstwie unerwünscht ist. Auch dort gibt es Fal’Cie, die natürlich auch böse, grässlich etc. sind.

Die Charaktere werden zu Beginn des Spiels deportiert, weil ihre Heimat von Pulse infiziert wurde. Sie rebellieren, kommen frei, und stoßen auf einen Fal’Cie aus Pulse, der sie alle zu L’Cie macht.  Die Charaktere haben also eine Mission, die sehr wahrscheinlich darin besteht, ihrem Heimatplaneten zu schaden, bzw. ihn sogar zu zerstören, aber so genau weiss man das nicht.

Das waren jetzt nur die ersten 3 Stunden Spielzeit. Die nächsten Absätze sind jetzt ein Totaler Spoiler (Markieren um’s zu lesen):

Die Kacke ist am Dampfen. Die Spielfiguren Fliehen vor dem Militär, dass sie, die jetzt wohl ihren Planeten zerstören müssen, natürlich überhaupt nicht mag. Sie hadern mit ihrem Schicksal (und finden sowohl das Ende als Zombie als auch das als Kristall nicht so toll).

Explosionen, Explosionen, mächtige Gegnerviechies werden besiegt, Explosionen. Sie finden ein Raumschiff, mit dem sie ihren Planeten verlassen können und auf Pulse landen können. Der Planet stellt sich heraus als praktisch genauso friedlich und un-Böse wie Cocoon.

Dann kehren sie mit einem anderen Raumschiff zurück nach Cocoon, stellen sich dort dem Chef-Fal’Cie von allen, und, anstatt nach seinem Tod die Welt zu zerstören, retten sie. Ende.

Das ist alles. Zwischendurch treten natürlich irgendwelche NPCs auf, die Irgendwie mal Blabla machen, und die Charaktere geben Final-Fantasy-Worthülsen von sich und hadern, finden sich dann aber doch wieder lieb, aber das ist eigentlich alles.

Gibt es Charakter-Entwicklung? Nun ja. Es gibt interessante Charaktere, nämlich Sazh und Vanille (Afro und Rothaar). Aber, abgesehen davon, dass man mehr über sie erfährt, werden sie im Laufe des Spiels eigentlich nicht wirklich erwachsener.

Die Hauptfigur Lightning scheint am wenigsten Liebe bekommen zu haben („War mal beim Militär, mag ihre Schwester“), und nach der Hälfte des Spiels ist ihr persönliches Problem auch ‚gelöst‘, direkt danach kommt Snow („Stürmisch und besteht darauf, ein Held zu sein“, „Ist mit Lightnings Schwester verlobt“).

Entgegen meiner Erwartung vollbringt Hope („Hasst L’Cie“, „Heult die ganze Zeit Emomäßig rum“) keinerlei beeindruckende Tat. Man könnte sogar genau genommen sagen, dass er praktisch vollkommen überflüssig ist.
Sogar Fang könnte man streichen, wenn man ihren Charakter mit Vanille zusammenschließen würde (Sie ist sehr wie Qui-Gon Jinn). Diese Charaktere sind vor allem deshalb dabei, damit man mehr unterschiedliche Persönlichkeiten im Team haben kann.

Was in der Handlung auch sehr oft vorkommt, ist Only the Author can save them now. Sobald die Charaktere (bitte markieren) auf Pulse sind, gibt es nämlich praktisch keine anderen Personen mehr, mit denen sie interagieren können. Pulse ist nämlich, was Menschen angeht, seit längerer Zeit ausgestorben.

Und deshalb, wenn man am Ende von Pulse angekommen ist, kommt der Bösewicht des Spiels (der Papst) aus dem Nichts, und bietet ihnen an, nachdem man ihn besiegt hat, in seinem Privatjet in die Basis ihres Heimatplaneten zu fliegen.

Jedes Bein der Dinger Vorne ist 4 mal so groß wie man selber.

Ein zweites mal geschieht dieses Trope am Ende des Spiels. Man hat den letzten Boss besiegt, und dieser kann plötzlich die Charaktere besiegen. Er bringt Fang dazu, ihre Bestimmung zu erfüllen (was genau geschieht ist zu umständlich und zu egal, um erklärt zu werden), wodurch alle anderen Spieler-Charaktere plötzlich zu den Zombie-Monstern werden. Fang ist am Boden zerstört, es gibt eine Rückblenden-Show auf Ereignisse im Spiel, etc. etc., dass das das Ende ist, glaubt eh keiner.

Und auf einmal, als alles verloren erscheint, sind die Anderen wieder menschlich. Und sie stehen an Fangs seite – um gemeinsam den letzten Endboss zu besiegen. Und dann retten Fang und Vanille gemeinsam die Planeten vor einer Kollision, indem sie sich Opfern. Alle anderen stehen im Sonnenaufgang und sehen einem neuen Tag entgegen, alles wird gut, ta-da. Es ist echt peinlich, wie sehr die sich das aus dem Arsch gezogen haben.

Soll heissen. FF XIII ist Storymäßig kein FF VII. Es gibt keine stelle, an der die Handlung einem die Haut vom Gesicht bläst. Wie in jedem Teil ist die letzte halbe Stunde unnötig metaphysisch und ätherisch, und der Plan des Bösen ist fast noch bescheuerter als der aus Teil V, wo der Endboss alles vernichten will, damit er sich selbst vernichten kann. Genau genommen ist sein Plan nämlich biblisch-idiotisch.

Also, fazit: Final Fantasy 13.

+ Sehr gutes Kampfsystem
+ Sehr motivierendes Levelup-System
+ Eines der schönsten Spiele die’s aktuell gibt
+ Keine Bugs.
–  Sehr egale Handlung
* 2/3 Disks des Spiels sind maximal-linear, was mich nicht sehr störte.
*  50-65 Stunden bis durchspielen, doppelte Zeit für 1000 Achievement-Punkte.

Ich fühl mich nicht schlecht, dafür den vollen Preis bezahlt zu haben.

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Written by vetaro

22. März 2010 um 7:28 pm

Veröffentlicht in Spiele

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Eine Antwort

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  1. Sieht alles sehr detailliert und bunt aus. Ich spiele derweil noch an FF12 aber ich freu mich schon riesig auf diesen Teil, obwohl in anderen Blogs gemeckert wird…

    noklpopl

    21. Juni 2010 at 11:20 pm


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