Hu

Memento

with 2 comments

Habe gerade diesen Film von 2001 gesehen. Meine Gedanken sind noch etwas verwirrt.

Ich muss mich konstant daran erinnern, dass ich ein Kurzzeit-Gedächtnis habe, und dass die Ereignisse der Welt nicht rückwärts geschehen. Ich habe mich so sehr in den Protagonisten versetzt, dass ich deutliche Probleme hatte, aus dem Denkmuster wieder raus zu kommen.

Der Film handelt von Lenny, der sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat und (Wie praktisch jeder andere Mann in praktisch jedem anderen Thriller) seine tote Frau rächen will. Um sich zu erinnern, nutzt er Notizen und Sofortbild-Fotos, die er beschriftet.

Um den Umstand des fehlenden Gedächtnisses darzustellen, geschieht die Handlung des Films rückwärts. Eine Sequenz, in der sich Lenny erinnert, geschieht, und dann wird gesprungen zu dem moment, an dem die vorherige Erinnerungs-Sequenz anfängt.

Zwischen diesen Szenen kommen schwarzweiß-Momente, in denen die Zeit vorwärts läuft, und deren Ende in den Anfang der rückwärts-Laufenden Handlung übergeht. Anders ausgedrückt, wenn die Zeit von -10 über 0 bis 10 läuft, zählt der Film so:

10, -10, 9, -9, 8, -8…  1, -1, 0

Das ist in der Praxis viel weniger verwirrend als man denken würde. Tatsächlich halte ich die Zeit-Logik von Donnie Darko für viel verwirrender. Der Film ist übrigens ausserdem, genau wie DD oder Silent Hill 2, wirklich gut für mehrmaliges Schauen geeignet, um all die Sachen zu bemerken, die nach der Auflösung viel Klarer sind.

Übrigens, ähnlich wie bei Silent Hill 2 und Donnie Darko findet ein großteil der spannenden Handlung am Anfang und am Ende statt, bzw. ausserhalb des gefilmten Bereiches. Der Mittelteil ist für die Makro-Ebene nicht so super-wichtig.

Würde man die Szenen schneiden, so dass sie in der richtigen Reihenfolge abliefen (und ich bin sicher, irgendwelche cineasten haben das schon gemacht), bekäme man eine an sich ziemlich einfache Handlung – deren Höhepunkte bei den Zahlen 0 und 10 liegen.

Ich persönlich habe jetzt seit ich den Film zu schauen angefangen habe vor allem einen Gedanken: Der hat das total falsch gemacht! Er arbeitet vorallem mit Notizen – wenn er ganze sätze geschrieben hätte, wäre er damit viel besser zurecht gekommen. Er könnte sich mal mehr als nur „Traue X nicht“ oder „Y hat mir geholfen“ aufschreiben! Er könnte sich selber einen Brief schreiben, den er erweitert, wenn neue Ereignisse statt finden. Goddammit. Ich bin so zwanghaft, dass ich sogar im Gimmick eines Filmes Verbesserungsideen habe.

Profitipp: Wer möchte, kann den Film beim Erstanschauen übrigens auch so etwa bei 3/4 pausieren und darüber spekulieren, was der Twist ist. (Für die Jüngeren unter euch: Ein „Twist“ ist das, was es bei Mass Effect 2 nicht gibt) – Die Wahrheit kommt im Film getarnt aber deutlich sichtbar vor.

Unbedingt schauen, wenn man schon viel zu lange keinen Mindfuck mehr erlebt hat. Wer es sich nicht leisten kann, kann zum Ausgleich auch diesen Mindfuck hier konsumieren.

Advertisements

Written by vetaro

2. März 2010 um 3:26 pm

Veröffentlicht in Filme

Tagged with , , ,

2 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Sehr, sehr geiler Film. Und in der Tat weniger verwirrend, als oft behauptet wird. Muss ich unbedingt auch noch mal sehen.

    Dr. Borstel

    3. März 2010 at 7:40 pm

  2. […] Strich aber: Butterfly Effect ist voll knorke. Im Gegensatz zum Donnie Darko oder Memento muss man ihn nicht gesehen haben, aber er bereichert sicher die […]

    Butterfly Effect « Hu

    18. November 2010 at 12:01 am


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: