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Facharbeit 3

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Wir haben jetzt Teil V: Die Rückkehr der Jedi-Ritter erreicht. Ab jetzt kommen vor allem Konfrontationen dran.

(Dieser Beitrag war tagelang in meinem Browser offen und irgendwie hab‘ ich keine Lust, ihn jetzt nochmal zu lesen, bevor ich mit dem nächsten Abschnitt weiter mache. Wenn ich hier offensichtlich irgendwo im Text aufgehört hatte zu arbeiten und dann woanders hin gesprungen bin, bitte macht mich drauf aufmerksam :O)

Früh im Film, bei Minute 22:30 und danach 25:00, wird erneut Vaders Einstellung und Macht eingeführt – in Filmen muss so eine kurze Charakterisierung mit jedem neuen Teil geschehen. In diesen Szenen erwürgt er den unbefriedigenden Admiral Osell mit der Macht und befördert sofort dessen Berater in die freigewordene Position. Das ganze ist übrigens auf Kölsch nochmal viel lustiger.

Dein Platz ist an meiner Seite, das ist deine Bestimmung.

Nach 1:37 Minuten Film treffen sich Luke und Darth Vader in der Luftfestung eines Mehrfachen Doppelagenten wieder. Seit dem letzten Mal hat Luke den Todesstern zerstört und wurde vom alten Meister Yoda trainiert. Eigentlich ist dieses Zusammentreffen eine Falle, Luke war jedoch schon darauf vorbereitet. dass dies geschehen würde.

In dieser Szene kämpfen die Beiden zum ersten mal richtig gegeneinander. Hier wird das Gefälle der Kräfte besondes deutlich Sichtbar: Vader kämpft mit bloß einer Hand gegen den zweihändigen Luke und begnügt sich damit, mühelos alle Schläge zu parieren. Luke verbraucht viel Raum für Bewegungen, während Vader Energie spart und sich nur das nötigste Leistet.
Luke ist offensichtlich noch nicht so gut, wie er zuerst angenommen hatte. Fast fällt er sogar in die geplante Falle, mit der er wie sein Freund Han Solo in Karbonit eingefroren werden sollte.

Zwischen den Schlägen streiten die Beiden. Vader behauptet, es wäre schon immer Lukes Bestimmung gewesen, gemeinsam mit ihm zu Kämpfen. Er feuert Luke an, mit mehr Wut zu kämpfen – der Pfad zur dunklen Seite ist nicht mit guten Vorsätzen, sondern mit negativen Gefühlen gepflastert.

Der Kampf wird wilder. Nicht nur wirft Vader mit Gegenständen nach Luke, er kämpft auch aktiver gegen ihn. Die Zeitabstände zwischen schlägen sinken deutlich.

Nach einer Unterbrechung geht es bei 1:46 weiter. Vader  ist nun der Angreifer, er sorgt sich kein bisschen mehr darum, was er trifft oder ob er Luke verletzen sollte. in diesem Zug schlägt er Luke die ganze Hand ab.

Während Luke von Vader fort kriecht, passiert der bekannteste Dialog der ganzen Trilogie. „Obi-Wan hat dir nie erzählt, was wirklich mit deinem Vater passiert ist.“ „Er hat mir genug erzählt! Er hat mir gesagt, dass sie ihn umgebracht haben.“ „Nein. Ich bin dein Vater!

Mit ausgestreckter Hand fährt Vader fort, Luke solle sich mit ihm verbünden, gemeinsam könnten sie über die Galaxis herschen. Luke ist noch weit davon entfernt, sich soetwas hinzugeben: Er lässt sich in den Abgrund fallen und landet an einem Funkgerüst aussen an der Festung.

Diese zentrale Stelle in der Trilogie ist, ähnlich wie in einem Drama, der Höhepunkt der Spannung. Hier ist das Leid des Protagonisten am größten – mehr Leid als das plötzliche Wissen, dass der Mann, der seine Hand abgeschlagen hat sein Vater ist, kommt in der Trilogie kaum vor.

Solche Kranke wie du, mein Sohn, verlangen gute Pflege

Die vergleichbare Szene in Don Carlos ist nun in der Struktur ähnlich – und in der Ausführung gegenteilig. Am Anfang des zweiten Aktes, im zweiten Auftritt (ab Vers 1040) hat Carlos eine Audienz bei seinem Vater.
Hierzu hat er sich von seiner Stiefmutter überreden lassen: Carlos will seinen Vater um Vergebung bitten und möchte Verantwortung für die Niederlande übernehmen – um diese in den Frieden und die Freiheit zu führen.

All das geschieht jedoch nicht. Carlos ist voller Schmeichelei und  Lob für seinen Vater. Aus seinem Mund kommen “ O süßer Tag – Die Wonne dieses Kusses“ (V. 1043), „Der ganze Himmel beugt mit Scharen froher Engel sich herunter“ (V. 1062) und ähnlichem. Er umwirbt ihn und bittet um Versöhnung (V.1066, 1069).

Philipp will davon jedoch nichts wissen. Er zweifelt, ist ablehnend und nimmt Carlos nicht ernst. „Lass mich und steh auf“ (V. 1066), „Unwürd’ger Anblick! – Geh aus meinen Augen.“ (V. 1069).

Zunehmend wird Carlos verzweifelter. Sein Redeanteil steigt, König Philipp spricht spricht immer weniger. Carlos begräbt den Zuhörer schon fast unter seinen Ausführungen, weshalb er besser für den Posten in den Niederlanden geeignet seie und weshalb sein Vater ihm vertrauen solle.

Philipp hält Carlos jedoch für ungeeignet. Er weicht kaum von der Stelle:  „Dies Amt will einen Mann und keinen Jüngling“ (V. 1177) – Ausserdem hält er Carlos noch für zu Jung und Wild und fürchtet dazu noch einen Putsch. „Zu heftig braust das Blut in deinen Adern, du würdest nur zerstören“ (V. 1146)  „Mein bestes Kriegsheer deiner Herrschbegiede? Das Messer meinem Mörder?“ (V. 1193f)

Als Carlos einsieht, dass sein Vater kaum zu bewegen ist, ändert er seine Methode noch einmal. Er spricht von dem Leid, das Philipps Abweisung ihm Gegenüber bewirken wird. Hierbei beginnt er nun, wirklich zu übertreiben. „So tödlich, Vater.“ (V. 1213) „Mein Hiersein ist Atemholen unter Henkershand“ (V. 1223) und ähnliche Verweise auf Tod und solches Leid kommen von ihm.

„Solche Kranke wie du, mein Sohn, verlangen gute Pflege“, antwortet Philipp. Er hat so wenig respekt vor seinem Sohn, dass er ihn sorglos beleidigt. Bis zum Ende beharrt er auf seiner Position. geknickt verlässt Carlos den Saal.

Die Ähnlichkeiten – und die Unterschiede – sind frappierend. Der eine Vater streckt seinem Sohn die Hand entgegen und bietet ihm an, mit ihm das Universum zu regieren. Er fordert ihn auf, der Wut freien Lauf zu lassen. Er erkennt an, dass sein Sohn große Fortschritte gemacht hat. Er verletzt seinen Sohn auf grausame Weise, dringt immer wieder auf ihn ein.

Der andere Vater will mit seinem Sohn so wenig wie möglich zu tun haben. Was er am wenigsten möchte ist, mit ihm zusammen zu herrschen. Er hält ihn für unfähig und zu Wütend, respektiert ihn überhaupt nicht. Die Verletzungen sind nur auf gesellschaftlicher und geistiger Ebene, dennoch fügt er sie zu. Er fordert sogar, dass sein Sohn mit Wiederholungen aufhören soll.

Beide sind in der Situation in der Oberhand und haben die Macht-Position. Mit nur wenig Mühe wehren sie die aufwendigen Angriffe ihres Kontrahenten ab, während ihnen selbst überhaupt nichts geschieht. Ihr Mehr an Erfahrung wird in beiden Fällen sehr deutlich, und vor dem Ehrenlosen Abgang ihres Sohnes werden sie noch einmal besonders Brutal.

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Written by vetaro

3. Februar 2010 um 7:11 pm

Veröffentlicht in Filme, Realität

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2 Antworten

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  1. Teil V ist nicht „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“, sondern „Das Imperium schlägt zurück“.

    „Nach 1:37 Minuten Film“ ist überarbeitungsbedürftig. Beim ersten Lesen dachte ich, dass du eine Minute, 37 Sekunden meinst.

    Thorn

    4. Februar 2010 at 10:01 am

  2. *Thorn zustimm.*

    Kostja

    4. Februar 2010 at 10:31 pm


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