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Let’s write: Assassin’s Creed

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Let’s Plays sind einfach. Ein Spiel durchspielen, das auf Video aufnehmen und einen live-Voicekommentar machen.

Ich kann aber leider nicht meinen Bildschirm filmen. Was mache ich also? Ich mache Fotos davon und schreibe einen live-Kommentar.

(Dieser Beitrag ist voller Spoiler für die Meta-Story von Assassin’s Creed 1 und 2)

Ausserdem enthülle ich auch das Ende von Teil 2. Daher empfehle ich, diesen Beitrag nur zu lesen, wenn man das Spiel bereits durch hat, oder wenn man es niemals haben will. Ihr seid gewarnt.

1. Wir fliehen aus dem Abstergo-Gebäude, in dem Desmond das erste Spiel verbracht hat. Wenn man bedenkt, dass die Olle die mich rettet die ganze Zeit „Los, wir müssen hier raus, sie werden uns kriegen!“ sagt, lässt sich Desmond aber ziemlich zeit und schlendert ihr hinterher. Es gibt zwar eine Rennen-Taste, die wird aber nichtmal erklärt.

2. Auf dem Weg treffen wir auf eine Truppe aus ganzen zwölf Wachmännern. Glücklicherweise sind sie alle absolut unbewaffnet! Wieso sollte man auch Schutzpersonal Pistolen geben, oder wenigstens so coole schlagstöcke, wie die Leute im oberen Stockwerk sie noch benutzten. Zusätzlich ist Desmond übrigens superstark und wendig. Ist ja keine selbstverständlichkeit, nachdem man für Monate in einem Raum eingesperrt war und die meiste Zeit damit verbrachte, per Computer in seinen Gedanken zu blättern.

3. Wir sind im Gebäude der Assassinen angelangt. Meine Begleiterin erklärt mir, dass die Templer am gewinnen sind weil sie mehr Leute und mehr Geld haben und jeden Tag mehr Assassinen sterben. Und deshalb wollen sie Desmond zu einem Assassinen machen. „Denn manchmal macht einer den Unterschied“. Klingt ein bisschen, als ob alle anderen Assassinen ausser denen im Desmond-Stamm ein Haufen unfähiger Weicheier wären.

Vielleicht sind sie arm, aber einen 2 Meter durchmessenden Bildschirm können sie sich trotzdem leisten.

4. Das Phlebotinum in diesem Spiel ist übrigens der „Bleeding-Effekt“: Dadurch, dass Desmond sich an das erinnert, was seine Vorfahren taten, erlernt er diese Fähigkeiten selber. Bei der Eagle Vision ist das noch okay (Er hat also eine verbesserte Wahrnehmung, wie seine Vorfahren), aber wenn er mithilfe des Computers lernen sollte, über Dächer zu springen, dann wird das ganze schon deutlich unglaubwürdiger. Für manche Sachen braucht man nämlich nicht nur „Fähigkeit“, sondern auch „Muskeln“.

5. Der letzte Punkt klingt vielleicht etwas zu exklusiv. Es ist natürlich auch Phlebotinum, dass die 90% angeblich ungenutzter Informationen in unserer DNS dazu gebraucht würden, um haargenau, bis auf jeden gesprochenen Satz die Erlebnisse aller unserer Vorfahren zu speichern. Egal, los gehts, auf in den Animus.

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6. Erstes Treffen mit meinem Renessaince-Charakter Ezio. Angenehm: Ich gewinne den ersten Kampf, ohne ein einziges mal getroffen zu werden. Applaus bitte!
Alles was ich bisher lerne, konnte ich auch in Teil 1 schon, es beginnt wohl ziemlich Bodenständig.

7. Habe gerade 20 Minuten damit zugebracht, auf Giottos Campanile, zufällig der höchste Turm der Stadt, zu klettern. Habe nicht das Gefühl, der Kosten-Nutzen-Faktor hätte sich gelohnt. Oh halt, ich bekomme dafür ein Achievement, vom Turm zu springen. Gut, hat sich doch gelohnt.

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8. Endlich entdecke ich ein wirklich „neues“ Feature: Man kann Leichen aufheben und wegtragen. Aber lieber greife ich sie und werfe sie über die Brüstung der Gebäude, auf denen ich stehe.

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9. Endlich ist ausserdem die nervige Aufgabe fort, Flaggen zu sammeln. Nie mehr diese Nerv-Aufgabe.

Man darf jetzt statt dessen Federn einsammeln. Und sie werden ebenso wie Flaggen niemals auf der karte angezeigt, sodass die einzige Methode, um sie sowohl zu sammeln als auch nicht in den Wahnsinn getrieben zu werden ist, eine Liste zu machen. Erstelle also eine Liste. Ich bin so froh, zwei Bildschirme zu haben, sonst müsste ich das hier auf einem Stück Papier machen.

10. Habe das zweite Kapitel abgeschlossen. In einer nicht ganz so engen Situation kommt mir ein Mann mit Narbe zu hilfe. Auf die Frage, wer er denn seie, antwortet er „It’se me: Mario!“. Vetaro: Ba-dum Tshhh.

Die Familie zieht wohl in ein kleines und lebloses Dorf in der Nähe um. Hier steht eine große, alte Villa, die ziemlich heruntergekommen aussieht. Ich schätze es gibt ein System, mit der man sie aufmöbeln kann oder so. Und vielleicht auch die Athmosphäre in Richtung „Bunt“ und „Lebendig“ verbessern: Der Ort ist, wie im ersten Spiel, mit athmosphärischer Farbgebung dargestellt, alles ist Grau-Grün, ich komme mir vor wie in der Nebelwelt von Silent Hill.

Stelle fest, dass sich in der Stadt kleine Statuen (praktisch Spielfiguren Griechischer Götter) befinden, die man in Sockel im Garten des Hauses einsetzen kann. Bin recht froh als ich feststelle, dass sie innerhalb einer Viertelstunde zu finden sind. Bin dann etwas unhappy, dass sie mir nur Geld geben, das Haus aber dadurch nicht irgendwie cooler wird 😦

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11. Habe jetzt den Dritten Abschnitt hinter mich gebracht. Und jetzt darf ich Geld ausgeben, um die Stadt zu verbessern. Aach, du bist so vorhersehbar, Spiel. Man lässt den Spieler einfach nicht in eine heruntergekommene Villa einziehen, ohne ihm die Gelegenheit zu geben, diese hübscher zu machen. Das gibts nicht.

Als ich wieder durch das Haus gehe, stelle ich fest, dass die Familie Assassine genau wie die Herrscher von Dol Guldur nur sechs verschiedene Bücher besitzen, diese aber in jeweils 50 verschiedenen Ausgaben.

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13. Habe mitlerweile einige Glyphen gefunden. Davon gibt’s 20 im spiel, und für jede gefundene gibt es ein Rätsel. Dabei werden einem z.B. verschiedene Bilder mit weltberühmten Persönlichkeiten drauf gezeigt, von Napoleon bis Ghandi. Und in alle Bilder sind goldene Äpfel reingeshoopt worden, die offensichtlich supermächtige Artefakte (auf dem Bild oben bei Abels Hand). Dass das unglaublich unglaubwürdig ist, fällt gar nicht so auf, weil das so nett präsentiert wird. Da kann man mal sehen. Gehe jetzt schlafen.

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Diese verdammten Montessouris! Lassen ihren Mist-Baum eine Wurzel auf unser Grundstück wachsen! Dabei haben wir es doch *eindeutig* abgegrenzt!

14. Neuer Tag. Heute führt mich die Handlung in die erste Katakombe des Spiels. Muss in der Katakombe einen Wachmann verfolgen. Natürlich wartet er und beschimpft mich, wenn ich einfach mal stehen bleibe. Todesangst ist eben doch nicht so groß wie der Wille, sich über seinen zukünfrigen Mörder lustig zu machen.

Als ich die zweite Katakombe betrete, realisiere ich auch, woran ich mich dabei erinnert fühle: Ich spiele gerade wieder Prince of Persia. Assassin’s Creed zeichnet sich gegenüber Prince of Persia vorallem dadurch aus, dass man machen kann, was man will, und nicht das, was das Spiel will. Bloß in diesen Katakomben gilt das nicht.

Wenn ich alle sechs Katakomben geschafft habe, bekomme ich übrigens die Rüstung von Altair aus Assassin’s Creed 1. Ich hoffe die sieht nicht genauso aus wie da – denn sie hängt mir mitlerweile ziemlich zum Hals raus, das neue Design gefällt mir viel besser.

15. Habe jetzt knapp über 50 Federn gesammelt und sechs Kapitel abgeschlossen. Darf in die Neuzeit zurück. Bei einem Test stellt sich heraus, dass Desmond tatsächlich alles gelernt hat, was er im Animus simuliert hat. Das kann ich ja auch soweit nachvollziehen, aber neben Muskelgedächtnis gibt es auch noch Stärke. Meine Suspension of Disbelief wird schon deutlich strapaziert, Spiel!

Ausserdem hat Desmond Haluzinationen und sieht Mittelalterliche Leute. Zwischendurch träumt er, Altair zu sein und mit einer Frau namens Maria rumzumachen. Ich schätze mal, wenn da nicht nochmal drauf eingegangen wird, ist diese Sequenz dazu da, um zu erklären, wie Desmond jemals entstehen konnte – denn in AC1 hat Altair ja nunmal eher weniger Neigung zu Frauen.

16. Nach dieser wirklich kurzen Neuzeitsequenz bin ich wieder Ezio, und endlich sind wir in Venedig. Die Stadt gefällt mir viel besser. Während die vielen Dörfer und Florenz alle unscheinbar und irgendwie blass wirken, sieht Venedig Marmorn, sonnig und einladend aus.

Allerdings hat sich mein eigenes Dorf mittlerweile auch soweit gebessert, dass es schon recht nett aussieht – obwohl ich es ein wenig albern finde, dass die abgestorbenen Pflanzen an der Hauswand teilweise zurückgehen. Als ob die Pflanzen  sich bei zunehmendem Reichtum in nichts auflösen würden. Völlig davon abgesehen, dass das Spiel suggeriert, dass gutes Wetter von der ökonomischen Lage einer Stadt abhängt.

17. Habe gerade erfolglos 20 Minuten lang versucht, die Santa Maria Gloriose Dei Frari zu erklettern. Aber der verdammte Typ weigert sich, sich zum nächsten Vorsprung hochzuziehen, bezeihungsweise einen geeigneten Wallrun+Sprung zu machen, oder wenigstens vom nahegelegenen Dächlein darauf zu springen. Gebe den Turm frustriert auf.
Übrigens ist das Mistding dermaßen detailgetreu nachgebaut, dass der betreffende Vorsprung auf dem verlinkten Foto zu sehen ist. Am Turm links, die erste Freske über dem weissen Abschnitt die oben so halbrund ist, Ich hasse sie.


18. Habe gerade eine Diebin namens Rosa getroffen. Das wird einerseits die Olle sein, die Ezio irgendwann nagelt, damit Desmond auf die Welt kommen kann, und andererseits kletterte sie in der Videosequenz eine Wand hoch und sprang dabei doppelt so hoch wie Ezio das könnte bis zum nächsten Vorsprung.

Wenn die mir jetzt beibringt, wie ich an dieser blöden Kirche hoch komme, haue ich dem Spiel in die Fresse.
Und wenn sie mir nicht beibringt, wie ich an dieser blöden Kirche hoch komme, hau ich dem Spiel in die Fresse.

Gründe, warum Ezio mit Rosa zusammenkommen wird:

1. Sie ist die erste Frau, in dieser Handlung, die nicht Verwandt, Verheiratet oder Prostituiert ist.
2. Sie hat einen deutlich sichtbaren Ausschnitt.
3. Sie ist Taff, erfüllt keine Frauenklischees. Sie kann was.
4. Letztendlich braucht sie aber dann doch die Hilfe eines starken Mannes, damit sie Liebenswürdig ist. Das ist nämlich das neue Gender-Klischee.

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19. Dritter Spieltag: Rosa bringt mir gerade bei, wie man im Klettern hochspringt. Gebe meiner Xbox einen Tiger Uppercut und performe dann Akumas Finishing Move an ihr.
Danach ist die nächste Aufgabe übrigens, den Verdammten Turm hochzuklettern.


Unter anderem töte ich auch diesen Angry Santa Claus hier.

18. Jetzt mal was positives: In AC1 verbrachte man einen Großteil der Zeit damit, Informationen zu sammeln, wie man sein nächstes Opfer besiegen kann. Albernerweise lief es dann aber jedes mal darauf hinaus, dass man sich irgendwo in die Menge mischte oder ähnliches, um in einer Sequenz zuzusehen, wie sich das Opfer vor den Leuten Produziert, „allgemein böse ist“ oder sonstwas. In jedem Fall tötete man die Person dann noch irgendwo in der Öffentlichkeit, das heisst unter Umständen vor 50 Zeugen, und rannte dann vor den Wachen weg.

Das hielt ich schon damals für unheimlich bescheuert, dem Sinn eines Assassinen entgegengesetzt und „stumpf“. Als ob der typ zu blöd wäre, einen Bogen zu benutzen, sich in die Wohnung zu schleichen und den Mann dort zu erwarten oder sich wenigstens irgendwie vorzubereiten.

In Assassin’s Creed 2 geschieht das mitunter durchaus. In manchen Fällen geht das nicht (wenn sich das zukünftige Opfer auf dem höchsten Turm der Stadt, umgeben von Bogenschützen, postiert hat), aber jetzt gerade zum Beispiel habe ich:

Stadtwache-Rüstungen besorgt, die Wächter des Ziel-Gebäudes ausgeschaltet, die Wachen durch verkleidete verbündete Diebe ersetzt, mir eine ungesicherte Seite des Gebäudes gesucht (Bild oben) und dort hochgeklettert, auf dem Dach eine Wache ausgeschaltet, mich über den Innenhof in einen Seitengang begeben und mein Ziel während es mit einem anderen Verschwörer sprach getötet. Die postierten Diebe sorgten dann noch dafür, dass es keine Zeugen und verfolger gibt. Und genau so sollte so eine Mission ablaufen.

19. Bin jetzt endlich soweit, diese Stelle hier spielen zu können. Und, was soll ich sagen? Ein gutes Beispiel für Manipulation seitens Ubisoft: Sie haben die Mission umprogrammiert, denn im Spiel ist in Wahrheit erst in der nächsten Mission Karneval.

Ausserdem ist die Einleitung der Mission anders, sie startet in Wahrheit direkt mit dem Flug, und die Handlung wurde angepasst, sodass im Werbe-Video praktisch keine Handlung preisgegeben wird (tatsächlich ist der Ablauf nach der Landung völlig anders) – aber das finde ich alles noch in Ordnung. Ich mein‘ ja nur, Ubisoft scheut vor nichts zurück.


20. Weil ich nach meiner letzten Mission jetzt der meistgesuchte Mann in Venedig bin, schenkt mir Leonardo ausserdem eine Maske für den Karneval. Damit erkennt mich niemand!

Nein, ehrlich mal: Sogar Ezios beste Freunde erkennen den einzigen Mann in der Stadt der mit einem halb-Umhang und derartig prominenter Schulter-Brust-Panzerung und so einer Kapuze rum läuft erst, als er seine Maske abnimmt. Recht albern.

Ezio nimmt an einem Wettbewerb teil, in dem er unter anderem beweist, dass er der beste Free-Runner und Kämpfer in der Stadt ist und nicht zögert, Stadtwachen zu töten. Aber niemand kommt auf die Idee, dass das genau die Beschreibung ist, die auf den meistgesuchten Mann der Stadt zutrifft.

Ich habe, um das zu verdeutlichen, mal kurz eine Grafik gemacht. Ich wette, ihr habt alle keine Ahnung, welches Tier das hier ist!


21. Habe mich jetzt lange darauf konzentriert, Federn und Glyphen zu finden. Die Glyphen sind allerdings nicht besonders beeindruckend. Obwohl die Rätsel  mir gut gefallen (auch, wenn es nur vier oder fünf Typen gibt, die man mit verschiedenen Bildern und Quellen durchziehen muss), haben sie mich leider bisher nicht zu irgendwelchem neuen Wissen gebracht.

Ich weiß schon lange, dass wir auf der Suche nach goldenen Eden-Äpfeln sind, dass diese magische Kräfte haben, die Gesetze der Physik und Psyche überschreiten. Diese 19 Quellen geben zwar Beispiele – Tesla wird erwähnt, und einige Kriege, Jesus und dergleichen – aber dadurch werde ich nicht klüger.

Mit jedem gelösten Rätsel bekommt man ausserdem eine etwa 0,5 Sekunden dauernde Videosequenz freigeschaltet. Auch diese sind nicht sonderlich aufschlussreich. Wenn die letzte Glyphe – vor der ich gerade stehe – nicht eine überraschende Conclusion beinhaltet, dann zeigen die zusammengeschnittenen Sequenzen Adam und Eva, die durch die Gegend springen und irgendwohin vor irgendwas fliehen, während alles, die beiden included, ziemlich spacig und neuzeitig aussieht. Und das war bereits nach den ersten beiden Videos klar.

Subtile Anspielungen auf das Internet, Teil 21

21b. Tjaa, überraschung. Adam und Eva (er ruft sie im Video sogar „Eve“, damit man sich sicher sein darf) fliehen mit dem goldenen Apfel in der Hand vor irgendwas, und zwar auf das Dach eines hochtechnisierten Gebäudes. Ausserdem ist der „missing link“ zwischen Affen und Menschen eine Misinformation, und in Wahrheit sind diese Eden-Äpfel daran schuld, dass Menschen sich zu so tollen Wesen entwickelt haben.

Was schließt man daraus? Nun, wenn nicht Aliens diese Dinger auf der Erde hinterlassen haben, um die dummen Affen zu ‚was Sinnvollem zu machen (was unglaublich „2001, Odysee im Weltraum“ wäre) hat Gott diese Äpfel gemacht, Menschen sollten sie nicht haben, haben sie sich aber genommen, und offensichtlich mithilfe dieser Äpfel bereits zu frühbiblischen Zeiten großartige Technische Errungenschaften hinbekommen.

Möglicherweise bestand sogar ganz Eden daraus, dass die Menschen diese Äpfel hatten – und in Wahrheit haben nicht Adam und Eva uns ins Verderben gestürzt, sondern irgendwie sind die Äpfel in die falschen Hände geraten, und dann ging alles irgendwie den Bach runter – und jede entscheidende technische Entwicklung bis heute basiert nur darauf, dass wieder jemand zugriff zu so einem Apfel bekommen hat.

Auch mein Freund hier sammelt die gleichen sechs Bücher, in vielfacher Ausfertigung.

Ich fühle mich als Atheist jedenfalls noch ziemlich von dieser ‚Missing Link‘-Angelegenheit betroffen. Zu Beginn beider Assassin’s Creeds steht, dass sie von einem Team angehöriger verschiedener Glaubensrichtungen hergestellt wurden – offensichtlich, damit nicht an dieser Stelle irgendwelche Muslime rufen: Was, Adam und Eva?! Wollt ihr etwa den Leuten eintrichtern, dass die Bibel recht hatte, und nicht etwa der Koran? Wir verbrennen eure Flagge, Ubisoft!

Und nur weil Atheisten nicht zum Flaggenverbrennen neigen, darf man problemlos behaupten, dass ihre Vorstellung von Wahrheit falsch ist. Versteht mich nicht falsch, ich rege mich nicht auf. Ich gehe auf keinen Fall davon aus, dass dieses Spiel Propaganda ist, die Spieler dazu bringen soll, unbewusst zu denken „Ach, so war das also alles“. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Spiel nicht von religiösen Fanatikern produziert wurde.

Aber mit der Erwähnung, dass der Missing Link gefälscht ist, kann man bestimmt irgendwelche Leute dazu bringen, das zu glauben. Ich meine, wie viele Leute sind sich dessen bewusst, dass Dan Browns Bücher eine Parodie auf übertriebenen Symbolismus und dergleichen sind? Und irgendwelche Leute sind sich bestimmt seit der Lektüre nicht mehr ganz so sicher, ob sie dem Papst und all den anderen trauen wollen.

Warum habe ich eigentlich 2500 Wörter gebraucht, um endlich auf Dan Brown zu sprechen zu kommen? Egal, endlich wieder zurück zum Spiel. Wir sind erst in Kapitel 11 von 14.

Das hier ist übrigens der Böse des Spiels. Sein Bruder ist der dunkle Imperator aus Star Wars.

22. Ähh… warum genau sind nochmal Gräber mit international bekannten Assassinen, die zu völlig unterschiedlichen Zeiten gelebt haben, in Italien untergebracht? Und zwar anscheinend von einem Mann, der in Jerusalem lebte?

Und selbst, wenn einer seiner (italienischen) Nachfahren seine Rüstung besorgt hat und sie in der Familiengruft untergebracht haben mag: Warum genau hat er nochmal international bekannte Assassinen aus unterschiedlichen Zeiten in verschiedenen Teilen Italiens versteckt und ihnen die Schlüssel zur Familiengruft gegeben?


Gay!

23. Am ende des 11. Kapitels stellt sich heraus, dass Ezio derjenige ist, auf den alle gewartet haben, ein Prophet. Irritierenderweise bekomme ich (obwohl ich davon im Video nichts sah) vom System mitgeteilt, ich hätte nun einen Edenapfel. Heisst das, ich bin jetzt supermächtig?

Keine Ahnung, denn die nächsten Jahre werden übersprungen. Als es wieder los geht, hat Ezio einen Dreitagebart. Die Handlung enthüllt, dass ich nun nach Rom muss.

Aber vorher will ich noch schnell all die Federn und so sammeln. Ich mache mir immernoch sorgen, dass ich ab gleich rumlaufen muss wie in Assassin’s Creed 1.

Die Belohnung dafür, alle Federn zu sammeln ist, wie sich herausstellt, dass meine Mutter mich umarmt und ich einen Umhang bekomme, mit dem ich sofort überall „Gesucht“ bin. Das hatte ich dringend nötig, wollte ich schon lange mal besitzen.

Darüber hab‘ ich mich fast so sehr gefreut wie über Socken als Weihnachtsgeschenk.

25. Reise nun nach Rom. Vor mir liegen noch drei Kapitel, und Rom ist gestreamlined, ich kann also nur einen festen Pfad bis zur sixtinischen Kapelle entlang klettern. Keine Ahnung, was da noch alles kommt, wenn man wollte, könnte ich wahrscheinlich jetzt innerhalb von einem Kapitel fertig sein, also bin ich hoffnungsvoll, dass die Handlung noch was bietet.

Ich habe bisher übrigens so wenig über die haupt-Handlung geschrieben, weil ich dazu nicht viel zu sagen habe. Es geht halt darum, dass sich irgendwelche Templer verschworen haben um an ein mächtiges Artefakt zu kommen und man murkst sie nach und nach ab.

Das ist eher ein Lückenfüller für mich, bis ich endlich wieder die spannendere Neuzeit-Handlung erleben kann. Aber keine Sorge: Es ist ein sehr unterhaltsamer Lückenfüller, der abwechslungsreich präsentiert ist und langeweile kaum aufkommen lässt.

26. Meine Mission ist, den Papst zu töten. Also besuchen wir ihn bei einer Audienz. Aber: Oh-oh, er hat den Stab, und er benutzt ihn!

Nach einem Kampf flieht er in einen niederen Bereich der Kirche, wo – Achtung, jetzt klinken wir völlig von der Realität aus – Gott sich aufhalten soll. Der Papst, dem ich mit meinen baren Händen in die Fresse schlage, offenbart mir, dass sich Gott unterm Vatikan befinde, und dass er dessen Kräfte mithilfe der beiden Relikte übernehmen wolle. Diese Idee seie auch logischer als wenn er einfach irgendwo auf einer Wolke im Himmel säße, gell?

Ach du meine Güte. Kann ich dazu noch irgendwas sagen? Ich hoffe nur, dass der Mann wahnsinnig ist.


27. Der Papst ist tot. Die Relikte öffnen mir die Tür, und ich betrete einen Raum, in dem alles um mich herum leuchtet.

Vor mir taucht eine Olle auf, die für eine Weile als „Minerva“, beziehungsweise deren entsprechungen in anderen Religionen verehrt wurde. Sie sagt dass sie, und die anderen Götter wie Jupiter/Zeus höher entwickelte Wesen sind, aber nicht „Götter“.

Und sie bricht die vierte Wand, indem sie in die Kamera schaut und Ezio sagt, dass er nur der Prophet ist, aber in wahrheit wolle sie nur durch ihn sprechen. Zusammengefasst lautet ihre Nachricht: Es gab schonmal einen Weltuntergang, dabei ist die „Eden“-Welt kaputt gegangen. Wir haben die Menschen gemacht, und Desmond muss die alten Tempel aufsuchen, um damit irgendwie einen neuen Weltuntergang zu verhindern.

Dann kehren wir in die Neuzeit zurück, und Desmond besiegt eine Gruppe Templer. Ich bin so froh, dass diese Leute nur mit ausfahrbaren schlagstöcken bestückt werden, ich meine, was könnte nicht alles geschehen, wenn man ihnen Pistolen geben würde! Die könnten ausversehen einen Kollegen verletzen!


28. Gut. Das war Assassin’s Creed 2. Ich hab‘ meine 1000 Achievement-Punkte zusammen. Ich denke, es ist jetzt nicht mehr zu verhindern: In Teil 3 gibt’s dann eine Weltreise und die Welt wird gerettet. Tja, ausserdem wird sich wahrscheinlich noch herausstellen, dass diese Wesenheiten, die die Menschen gemacht haben, Aliens sind, die sich im Bermuda-Dreieck verstecken. Möglicherweise sind sie in wahrheit auch Roboter-Vampir-Ninjas. Lässt sich wohl nicht mehr verhindern.

29. Ach, übrigens. Wie wir bereits vor langer Zeit vorhergesehen haben, sind Teile der Handlung erst im Nachhinein herunterladbar. Wenigstens haben sie nicht das Ende der Handlung rausgeschnitten.


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Written by vetaro

2. Januar 2010 um 12:30 pm

12 Antworten

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  1. Ja, Muslime wären mal wieder beleidigt wegen Adam und Eva. Cool, was Du alles weißt!

    politbuerokrat

    3. Januar 2010 at 8:15 pm

  2. Also komm. Muslime regen sich auch darüber auf, wenn der koran in einem Spiel nur zitiert wird.

    Gibt es irgend einen Grund, anzunehmen, dass die unterstellung, der Koran wäre falsch und die Bibel wäre wahr in einem Spiel zu sorgloser akzeptanz führen würde?

    vetaro

    4. Januar 2010 at 1:24 am

  3. Ich verstehe nicht ganz… hat dir das Spiel jetzt nicht gefallen?
    Oder hat es das und was man hier liest ist schlicht das typische „Vetaro-Gemecker“? ^_^

    Kostja

    4. Januar 2010 at 2:29 am

  4. Ich mache mich über das Spiel lustig – der Beitrag ist irgendwie nicht das richtige Medium für eine sinnvolle Bewertung. Aber: Alles was mir nicht gefiel, habe ich in diesem Beitrag angesprochen. AC2 ist deutlich besser als Teil 1 – und abgesehen von den letzten Spielstunden fand ich auch den recht nett.

    vetaro

    4. Januar 2010 at 2:41 am

  5. Ich persönlich finde, dass du vollkommen recht mit dem was du sagst. ich hatte das spiel schon durch bevor ich den beitrag las und musste an einigen stellen herzhaft schmunzeln weil es mir ziemlich genau so ging^^
    Das PROBLEM mit dem spiel finde ich ist:
    Es ist in ordnung, kann gespielt werden und bietet mehr spaß als AC1… aber es kommt nicht über die bewertung bewertung „besser als AC1“ heraus.

    scyte

    4. Januar 2010 at 4:18 pm

  6. Bin mittlerweile mitten in AC2. Und nur als Randbemerkung, dieser (riesige) Artikel wird gelesen sobald ich durch bin!

    elbenno

    24. Januar 2010 at 10:41 am

  7. guti

    vetaro

    24. Januar 2010 at 1:47 pm

  8. […] Spiel, die man mittlerweile als Premium Content digital nachkaufen kann. Achja – Vetaro hat hier ziemlich viel über beide Spiele geschrieben. Und […]

    Abwasch DELUXE #01

    8. Februar 2010 at 2:12 pm

  9. Wow, liest sich wirklich sehr gut.

    Aber wie du bereits nach dem ersten Glyphen-Video auf Adam und Eva schließen konntest, versteh ich nicht. Und auch nicht, wie du den Nerv haben kannst, alle dieser verdammten Federn zu sammeln!

    Aber ich muss dir zustimmen, Logiklöcher und holperige Stellen im Plot gibt es zur Genüge. Allerdings würde ich das nicht als Problem dieses Spiels allein ansehen, sondern von Videospielen im Allgemeinen…

    Christian

    21. Februar 2010 at 10:12 am

  10. Ist ganz simpel, Mann und Frau, beide nackt.
    Gibt in der Historie nur ganz wenige Teams, wo zwei geschlechter „auf einem Level“ nebeneinander laufen, und noch weniger, die dabei auch noch nackt sind.
    Und „Einfach zwei nackte“ konnten die einfach nicht sein *g*

    vetaro

    21. Februar 2010 at 1:23 pm

  11. was isn das für ein Tier?

    Sortus

    9. August 2010 at 11:50 am

  12. hiho,
    hier wurd ja schon lange nichts mehr geschrieben ^^
    ich hab mir das spiel vorkurzen erst gekauft und noch nicht durch gespielt ^^;
    …zu der sache mit den assassienen die zu völlig unterschiedlichen zeiten gelebt haben und alle in italien sind, hätte ich eine tehorie…
    versiedenen länder treiben ja handel mit europa (unteranderen ja auch italien… wo ja zufällig der papst ist und wohl das hauptquatier der templer).
    die hatten dann probleme mit den templern, haben sich den assassienen angeschlossen und nach dem sie tot waren, wollte die post die einfach nicht annehmen um die zurück zu schicken und damit die gräber nicht von den templern geschändet werden haben sie die an den dämlichsten orten versteckt… da die dann dachten, dass da sowieso keiner hin kommt haben die auch jedemenge müll dazugestellt…
    ist doch fast plausiebel oder? -.^

    lg

    Trauerschwan

    8. September 2011 at 5:52 pm


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