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Zukunftsblog: Der Schulomat

with 2 comments

Wir reden immer davon, in Bildung zu investieren, aber keiner weiß so recht, wie man das ganze System reformieren soll. Ich sag‘ euch wie. Jeder Schüler bekommt einen Laptop, mit einer idealen Software. Das ganze liefe dann etwa so…

Der folgende Beitrag ignoriert folgende Grenzen der Realität: Finanzierung, Unwille der Bevölkerung, und die Gefahr dass das Öl alle geht und wir danach ohnehin nichts mit Plastik mehr herstellen können.

Ausserdem ist die vorgestellte Software bereits im Idealzustand: Wir ignorieren also auch die Gefahr von Bugs, Hacking, Missbrauch des Systems und halt allem, woran andere Computer auch leiden.

Die Bilder für diesen Blogeintrag habe ich schonmal verwendet – Genau aus dem gleichen Grund: Es gibt keine Bilder von der Zukunft wie ich sie mir vorstelle, deshalb packe ich einfach irgendwelche Bilder rein, die ich hübsch finde.

Die Idee

Wir drücken jedem Schüler in der 3. Klasse einen Laptop in die Hand. Nachdem sie Schreiben und Rechnen gelernt haben, lernen sie tippen und rechnen lassen.

Diese Laptops sind einerseits mit einem Bluetooth-Ähnlichen System untereinander verbunden, sodass Klassenverbände und Lehrer per PC vernetzt sind, sie können aber auch über ein Schulnetzwerk Informationen abrufen, und (vielleicht auch in Grenzen, z.B. vom Lehrer an/ausgeschaltet) das Internet verwenden.

Die Computer sind mit einer Software ausgestattet, die sich, wie z.B. Antivirenprogramme, regelmäßig aktualisiert. Alle Schulbücher werden auf dem Laptop gespeichert bzw. online verfügbar. Ebenso werden natürlich auch alle Schulhefte ersetzt.

Schüler erhalten eine Art Paint-Word, in welches sie einerseits hineinschreiben können, andererseits Zeichnungen und mathematische Grafiken eintragen können. Alles geschriebene wird automatisch nach Datum gespeichert (und dann nach Datum in die einzelnen Schuljahre abgeheftet, sodass auch immerzu die alten Informationen verfügbar sind), sodass man durch seine Seiten blättern kann – und natürlich eine Suchfunktion nutzen kann. Ausserdem können Arbeitsseiten mit Schulbuch-„Seiten“ verlinkt werden. Ebenso können Themen unterschiedlicher Fächer miteinander verlinkt werden (z.B. was die Biologie zum Problem der Pädagogik und der Philosophie zu sagen hat, ob der Mensch einen freien Willen hat.)

Durch die Vernetzung untereinander können Schüler den anderen ihre Inhalte problemlos senden. Wenn Lehrer und Schüler auf die „Auf den Schirm“-Taste drücken, wird ein ausgewählter Inhalt direkt auf alle anderen Laptops gebracht. Bei Bedarf können natürlich auch mehrere Leute gleichzeitig auf einer Seite schreiben und malen etc.

Addy 4.0

Hinzu kommt einer Lern- und Lehr-Software. Kennt ihr noch Addy? So, nur in ideal. Ich hab‘ das seit  fast zehn Jahren nicht mehr gesehen und weiß daher nicht, wie gut Lernsoftware aktuell funktioniert. Was sie aber können sollte:

Sie kennt alle Aufgaben und richtigen Lösungen. Ist eine Lösung nicht nach Plan, der Schüler besteht aber auf ihre Richtigkeit, kann er sie nach vorne an den Lehrer schicken, der sie dann bestätigt oder verneint.

Abhängig von der Leistung der Schüler passen sich die angebotenen Aufgaben an. Das Programm erkennt also die Leistungen der Schüler ungetrübt durch persönlichen Schleier. Hat ein Schüler bestimmte Schwächen (z.B. Vokabeln der 8. Klasse), werden diese auch in der 9. Klasse wieder durchgelernt.

Inhalte werden dadurch vom puren Zeit-Absitzen abgekoppelt: Wer die neue Methode verstanden hat, kann schon mit etwas schwererem anfangen. Und wenn der Schüler sich bereit fühlt, kann er ungewertet einen „Test“ schreiben.

Richtige große Tests und Arbeiten werden dennoch zu festen Zeitpunkten erwartet. In der Zeit davor bereitet einen das Programm nochmal darauf vor, damit man auch alles notwendige kann.

Wenn es soweit ist, werden alle nicht erlaubten Funktionen durch den Lehrer blockiert (z.B. „Abschreiben“ und Internet oder Schulbücher etc.), sodass die Schüler nur mit ihren tatsächlichen Fähigkeiten Arbeiten können.

In einigen Fächern kann somit direkt die Richtigkeit der Lösungen überprüft werden, in anderen werden die Tests vom Lehrer bearbeitet. Wenn die Lösung nicht exakt ist, muss dies natürlich von echten Personen durchgeführt werden. Sollte ein Schüler mit der Bewertung nicht zufrieden sein, kann er dies beanstanden und der Test wird einem anderen („höheren“?) Lehrer zur Überprüfung gegeben.

Überhaupt ist Überprüfung wichtig. Wenn Fehler im Lehrmaterial gefunden werden, können die Hersteller direkt davon unterrichtet werden, damit diese sie korrigieren können. Auch können aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse eingefügt werden, damit das Problem der Veraltung minimalisiert wird.

Vorteile im Vergleich zu heute

Folgende Probleme fielen durch dieses System einfach weg: Papierberge. Baumabholzung, vollgeschriebene Hefte, Eselsohren und verlorene Zettel. Materialkosten werden gestrichen, daher nur noch Kosten für das Produkt an sich. Veraltete Schulbücher in grässlichem Zustand.

Unterrichtsausfall und Freistunden fallen weg. Schüler könnten entweder lernen, bis sie an einem Tag einen bestimmten Stand erreicht haben, oder bis eine bestimmte Zeit vergangen ist. Möglicherweise ließen sich bestimmte Themen sogar direkt zuhause durcharbeiten.

Das gesamte Problem der Schultrennung könnte auf diese Weise gelöst werden. Schüler könnten anhand ihrer tatsächlichen Leistungen gemessen werden, sodass tatsächlich die so lange geforderte „individuelle Förderung“ möglich ist – denn durch Lehrpersonal wird sich das nicht durchführen lassen.

Es gibt natürlich die bereits oben genannten Probleme. So ein System zu erfinden wäre unendlich teuer, es wäre zu beginn fehlerbehaftet und weit entfernt von dieser Wunschvorstellung und würde wahrscheinlich zur demotivation der Durchführenden beitragen. Ausserdem sind wie gesagt die Gefahr von Missbrauch und dergleichen vorhanden – mal völlig abgesehen davon, dass sowohl die Politik als auch die Bevölkerung gegen „diesen ganzen Computerkram“ wären.

(Andere Beiträge im Zukunftsblog: Eingabegerät der Zukunft, Buch und Logistik der Zukunft, MMO der Zukunft)

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Written by vetaro

29. September 2009 um 2:41 pm

2 Antworten

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  1. Find ich immernoch gut x)

    Philippe

    29. September 2009 at 4:08 pm

  2. Hey bei dem Teil im mittleren Bild war ich mal (Und bei dem im unteren übrigens auch)
    Den Eintrag selbst habe ich nicht gelesen.

    Nils

    30. September 2009 at 3:25 pm


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