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The Beatles: Rock Band – Kompletteinführung

with 6 comments

Ein neuer Meilenstein der Musikspielbranche.

Ein Spiel, das zum Releasetermin fertig ist.

Ein Spiel, gegen das man eigentlich nichts mehr sagen kann.

Es ist ja so: Harmonix hat das Musikspiel-Genre in seiner jetzigen Form bereits mit Rock Band 2 unheimlich nahe an die Perfektion heran gebracht. Alle Sachen, die man daran hätte verbessern müssen, sind jetzt fort.

Das bedeutet, dass es nur noch folgende Gründe gibt, The Beatles: Rock Band nicht haben zu wollen:

  1. Man empfindet 45 Songs in einem Spiel als zu wenig
  2. Man mag die Beatles nicht
  3. Man mag nicht, dass die Beatles keine affenschweren Lieder geschrieben haben

Und da hört es schon auf. Das Spiel für die Xbox hat keine mir bekannten Bugs, oder irgendetwas, über das man sich beschweren könnte. Alles, was ich deshalb hier nicht erwähne, ist einfach mal wieder so gut, dass man es kaum bemerkt.

Ich bin übrigens kein Fan der Beatles. Ich fand‘ sie immer in Ordnung und nicht besonders erwähnenswert. Das heisst, das Spiel bekommt in dieser Bewertung von mir auch kaum „weil ich die Beatles gut finde“-Bonus.

Umfang

Zur Menge der Songs muss ich folgendes sagen: Wild geschätzt kostet ein Musikalbum mit 10 Songs heutzutage 15 €. Das heisst, mit 45 Songs auf CD käme man auch schon auf 67 Euro. Und The Beatles: RB kostet, jetzt bei Release, 65 Euro.

Und auf den CDs ist noch nicht mit drauf, dass man zu jedem Song 4 Instrument-Tracks spielen kann, plus 104 Fotos von der Band, plus fünf Videos (z.B. ein Video einer Testaufnahme in der Ed Sullivan Show und interviews mit den Beatles), plus ein fehlerloses Spiel an sich.

Und dann sollte man noch bedenken, wie viele leute bei Rechten zu den Beatles mit drin stecken – die Credits zu dem Spiel sind endlos, endlos lang, nur gefüllt mit Rechteinhabern. Dass MTV die überhaupt zu einer Einigung gekriegt hat, ist schon ein wunder.

Schwierigkeit

The Beatles: RB ist das leichteste Musikspiel das ich kenne. Sogar Guitar Hero Aerosmith ist schwerer. Ich habe es beim ersten Durchgang geschafft, auf der höchsten Schwierigkeit alle Gitarren-Songs mit fünf von fünf Sternen abzuschließen. Wenn man also zu der Sorte Spieler gehört, die dringend CHALLENGES für ihre SKILLZ suchen, ist man hier echt falsch.

Und ich finde das gut. Es ist so: Rock Band gibt einem das Gefühl, dass es überhaupt nicht darum geht, ob man auf Experte 100% der Noten treffen kann. Man wird als Spieler auf Leicht ganz genauso belohnt.

Ich möchte das nun nochmal deutlich in Kontrast zu Guitar Hero 5 stellen, das mal wieder darauf aufbaut, dass man gefälligst die SUPER HYPER PROFI-Aufgaben bewältigt, die es einem anbietet. Und dass man gefälligst versucht, in der Welt-Topliste mitzuhalten.

The Beatles: Rock Band spielt sich für mich eher so, als ginge es noch tatsächlich um die Musik, und den Spaß daran, alleine oder gemeinsam miteinander zu spielen. Ungeachtet davon, ob man ein supergeiler Skiller ist.

Liebevoll

Das Wort passt auf die Gestaltung des Spiels. Man kann es kaum anders sagen: Harmonix ist ein äußerst sympathisches Entwicklerstudio, was sie auch in diesem Spiel wieder großartig gezeigt haben. Es sind die details. Zwischen den Kapiteln finden sich kurze Videosequenzen, die vom vorherigen zum kommenden Kapitel überleiten.

Die im Spiel freigeschalteten Fotos und Videos, sowie Randinformationen über die Band Band (z.B. über Inspirationen zu Songtiteln oder kurze Geschichten in Studios) sind einfach mehr Mühe, als man erwartet hätte.

Das Intro-Video des Spieles ist nicht nur einer der absolut allerbesten Spieltrailer die ich je gesehen habe, sondern auch mit Referenzen auf Inhalte und Lieder der Beatles vollgestopft. Gamervision hat zum Beispiel mindestens 36 Referenzen gefunden, von denen einige wirklich clever sind.

Das offensichtlichste sind aber die Spiel-Videos. Und an dieser Stelle setzt The Beatles: RB auch wirklich neue Maßstäbe. Einerseits hat man es endlich geschafft, die Gesichter aller Bandmitglieder zu animieren (während andere Spiele es nur schafften, gut zu verstecken, dass nur die Sänger richtig animiert waren) und das typische Bewegungsprofil zu kopieren – Paul erkenne selbst ich als Laie instinktiv an seinem Schaukeln im Takt und dem Schlafzimmerblick.

Andererseits aber gehen die Videos nun über „Live-Performance irgendwo“ hinaus. Etwa ein Drittel der Songs spielt man im Abbey Road Tonstudio – in dem sich die gesamte Szenerie dem Lied anpasst und zu richtigen Musikvideos wird. Hätte es diese Technologien in den 60ern gegeben, hätten die Videos der Beatles sehr wahrscheinlich so ausgesehen.

Achievements

Die Achievements sind mal wieder Klasse. Bei deren Erarbeitung hat man mehr gemacht, als einen Azubi mal eben einen Nachmittag dran zu setzen. Es gibt etwa 300 Punkte insgesamt dafür, dass man das gesamte Spiel schafft. Weniger als 100 Punkte gibt es für Band-Aufgaben. Und alle weiteren Punkte gibt es dafür, dass man in Songs bestimmte Bedingungen erfüllt. Jedes Achievement ist dann nach einem Lied oder einer Phrase der Beatles benannt. z.B.:

I GOT BLISTERS ON MY FINGERS!“ – 100% der Noten getroffen, als Experte bei „Helter Skelter“ (Ringo ruft das am Ende des Liedes im Original tatsächlich aus)
Goo Goo G’joob“ – 550 Noten in Folge treffen, während man „I Am The Walrus“ spielt
Like a Million Suns“ – 1 Million Punkte in einem einzigen Lied erspielen
Things That Money Just Can’t Buy“ – 5 Goldene Sterne in vier bestimmten Liedern erreichen

Volle Achievements zu erlangen ist also das, was enthusiastische Spieler dabei halten wird. Die oftmals hochgesteckten Ziele ergänzen sich dann damit, dass die Lieder einfach sind: 5 Goldene Sterne kann man schon zu zweit ziemlich leicht in beinahe jedem Lied erlangen.

Ausserdem sammelt das Spiel Achievements auch intern. Man kann also nachschauen, welche der vier bestimmten Lieder man bereits erfolgreich beendet hat, oder wie viele von der einen Million Punkte man bisher erreicht hat. Shadow Complex hat das Feature auch. Es ist einfach nett, dass das dabei ist.

Fazit

Es gibt einfach absolut nichts, was ich an The Beatles: Rock Band aussetzen könnte, das Spiel ist perfektioniert. Jeder Musikspiel-Freund, der die Beatles nicht hasst, sollte es haben. Eine Preisempfehlung fällt mir schwer: 30-50 € sollten in Ordnung sein, abhängig davon, wie wenig ihr abwarten könnt, es endlich in euren Händen zu halten.

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Written by vetaro

12. September 2009 um 10:54 pm

6 Antworten

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  1. Hmmm gar nix zu schimpfen ist ja auch irgendwie nix….Trotzdem viel Spass beim musizieren ^^

    Toxic

    13. September 2009 at 10:49 am

  2. Ey, Nigger, wo ist dein Link zum Video, wo der Radfahrer auf der Anti-Überwachungsstaat-Demo von Polizisten verprügelt wird? Mach mal ne Runde polemische Hetze hier, hab gehört, dass total viele Blogs da was zu gesagt haben, willst du out sein oder was? xDD

    Philippe

    13. September 2009 at 6:40 pm

  3. Die Preisempfehlung von 30-50 € ist gut. 😉 Ansonsten dreht sich wohl gerade John Lennon im Grab um.

    elbenno

    14. September 2009 at 10:45 am

  4. Wieso, ist der auch so Geldgeil wie die von ABBA?

    vetaro

    14. September 2009 at 6:54 pm

  5. Sind Abba denn geldgeil, und vorallem, leben die etwa noch?? 😉

    elbenno

    16. September 2009 at 9:56 am

  6. Ja, total. Es gab da mal einen Spiegel-Artikel zu, ist aber anscheinend auch ziemliches allgemeinwissen, dass die beiden überbleibenden Teile von ABBA bekannt sind als Geldgeile Kommerztypies. Deshalb auch das Musical und der Film und so gemacht werden und alles.

    Vielleicht kennste ja nen ABBA-spezialisten oder sowas, der da mehr drüber erzählen kann.

    vetaro

    16. September 2009 at 2:13 pm


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