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Praktikum I: Orangen und Pudding

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Zum Praktikum gehört auch dazu, dass man einen Praktikumsbericht schreiben muss. Da die Schule natürlich nicht überprüfen kann, wie motiviert man bei der Arbeit war, wird der Bericht als Grundlage für die Benotung genommen. Als alleinige Grundlage.

Ein Praktikumsbericht ist wohl einer der typischsten „Das mach ich Morgen“-Texte überhaupt. Um mich dazu zu motivieren, schreibe ich ihn einfach zuerst einmal hier. Möglicherweise mit ein paar Stellen, die ich nicht in die Endfassung übernehmen werde. Wer gerne lesen möchte, wie ich mir die Finger schmutzig mache, ist hier genau richtig.

(Diese ersten beiden Absätze hatte ich schon vorher geschrieben, aber sie passen hier trotzdem gut hin. Diesen Beitrag hatte ich schon vor zwei Tagen mal geschrieben, er wurde von WordPress gefressen, das hier ist jetzt das gleiche nochmal.)

Warum gerade hierhin: Weil ich wirklich lieber einer Einrichtung helfen möchte, deren Arbeit mir Sinnvoll erscheint. Viel lieber Trage hier Kisten als – zum Beispiel – bei Saturn.

Was erwartest du von dem Praktikum: Dass ich nicht die typischste Praktikanten-Aufgabe übernehmen muss und Kaffee koche. Sondern eher dass ich die zweit-typischste Praktikanten-Aufgabe bekomme, nämlich Sachen zu tragen. Wahrscheinlich besteht ein Großteil der Arbeit darauf, Sachen zu tragen.

Tag 1:

Eigentlich sollte ich am ersten Tag mit einem der Wagen mitfahren und Frühstücke ausliefern. Da der betreffende Wagen aber zehn Minuten bevor ich zehn Minuten zu früh kam losgefahren war, wurde ich statt dessen Küchenhilfe.

Nach einer kurzen Begrüßung war ich einige Minuten ohne Aufgabe – und fühlte mich direkt etwas verlassen und störend: Vor mir bereiteten fünf Frauen an einer großen Theke Brote vor während andere Leute Dinge an die geeigneten Positionen brachten, um gleich mit ihnen zu Arbeiten. Dabei einfach nichts zu tun ist schon beschämend.

Glücklicherweise kam dann aber arbeit: Kühltheke säubern, Sechs Liter Orangensaft pressen (ca. 1,5 Stunden Arbeit), Paprika und Tomaten kleinschneiden, dreißig Spiegeleier braten – glücklicherweise wurde die Aufgabe, die restlichen ca. 200 Eier zu braten, von jemand anderem übernommen, denn ich durfte die Schürze ablegen und im Lager helfen.

Überhaupt fand sich, sobald ich mit einer Aufgabe fertig war, immer sofort jemand, der mich an eine andere Stelle ziehen und mir dort eine Aufgabe gab. Ich fühlte mich wie ein mobiles Paar Hände.

Im Lager im Keller sollte ich Schokopudding aus Pappkartons in Plastikkisten umstapeln, damit er weniger Raum einnähme. Und zwar in einem kleinen Gang, durch den gleichzeitig die Köche von oben gingen, um die neue Lieferung zu begutachten, und die Lieferer, die eine noch neuere Lieferung brachten, sowie die Entsorgungstruppe, die den Verpackungsmüll fortbrachten.

Zweitausend Packungen Schokopudding, würden in der kompakteren Stapelweise übereinander übrigens einen sechs Meter hohen Stapel bilden. Als ich fertig mit umschichten und Stapeln war, war mir einerseits klar, was Karl Marx meinte, andererseits war meine Arbeitszeit vorbei, denn es war Ein Uhr.

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Written by vetaro

17. Juni 2009 um 6:17 am

Veröffentlicht in Realität, Uncategorized

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