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So gut dass man es nicht bemerkt (II)

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Es gibt eine Menge Dinge, die Turbine und Codemasters, die Entwickler und europäischen Publisher von Herr der Ringe Online, auf Anhieb richtig gemacht haben. Es sind oft kleine, unauffällige Dinge, an denen man sieht, dass sie aus den Fehlern an und um anderen Spielen gelernt haben.


(Siehe auch Teil I)

Itemization (2) In WoW gab und gibt es in Verbindung mit allen bisher erschienenen Spiel-Erweiterungen folgendes Problem: Spielermassen die aufstöhnen „Wir haben uns unsere Ausrüstung so hart erarbeitet, und jetzt kommt eine Spielerweiterung und die neuen findbaren Gegenstände sind alle so gut dass wir unsere supertollen Rüstungen sofort gegen die total-normalen Rüstungen eintauschen sollen. Unfair!“.

Daraus entbrennt natürlich immer Streit. Jene Spieler die sich nicht all diese Gegenstände zugelegt haben, fänden jede andere Regelung unfair – schliesslich hätten sie schlechte Ausrüstung und würden so auch in Zukunft nie mithalten können.

Einige andere Spieler, wie ich, weisen darauf hin, dass jemand, der das Wort „Arbeit“ in Zusammenhang mit einem Spiel benutzt, sich ernsthafte Sorgen über sein Seelisches Wohl machen sollte.

Gut, und wie macht das der Herr der Ringe Online?

Zuerst einmal: Die allerbesten Gegenstände sind nicht so wichtig. Die Handwerker können mühelos alle möglichen total okayen Rüstungsteile herstellen. Die Rüstungs-Sets die in Instanzen und großen Instanzen zu finden sind, sind nur leicht besser als die herstellbaren (siehe dazu auch Itemization (1)). Dadurch wird der gesamte Streit unnötig gemacht. die Leute beschweren sich einfach gar nicht erst.

Und dann kommt der großartige Schritt: Die Items in der Erweiterung von HdRO wurden so gemacht, dass Spieler, die die beste Rüstung des Hauptspieles (also das Spalte-Set) tragen, diese bis zum neuen Maximallevel weitertragen können. Bessere Rüstungen gibt es also erst 10 Stufen später, bzw. in Zusammenhang mit den Epischen Aufgaben.

Rollenspiel

Es ist nicht viel, aber es ist besser als Nichts. Und „Nichts“ entspricht dem, was alle anderen Spiele in dieser Hinsicht gemacht haben.

Goldfarmer-Abhilfe Seit Spielanfang wandern die GMs durch das Spiel und passen auf. Im gegensatz zu einem gewissen Konkurrenzprodukt mussten sie sich nicht hauptsächlich mit Bugs beschäftigen, weshalb Leute wie +Karnarion sogar bei Namensverstoß-Tickets überprüfen, ob der Herr Nerrz überhaupt ’ne in romanischen lettern spricht. Und ansonsten isser wech. Das hat Warhammer übrigens ähnlich gemacht, die haben sogar große Weltrundrufe mit den aktuellen bans und nen counter auf der website. Was ich dann allerdings schon ’n bisschen übertrieben finde.

Kostenlos erhaltbare Testversionen des Spiels haben einige simple Einschränkungen: Die Spieler mit dieser Version können auf keine Weise handeln, post verschicken oder flüstern. Damit werden solche Accounts völlig sinnfrei für Goldseller, da sie weder Werbung für bestimmte Seiten machen können, noch damit Rohstoffe sammeln, die sie dann irgendwie weiterverkaufen würden.
Es stellt sich also heraus: Gegen Goldfarmer anzugehen scheint an sich nicht so schwer zu sein – man muss es nur einfach mal machen.

Startgebiets-Diaspora (2) Als HdRO im April 2007 startete – das genaue Datum ist mir nicht mehr bekannt, ich behaupte mal, es wäre Samstag der 17.,  wurden die Spieler überrascht: Die Server waren – es war keine Uhrzeit vorgegeben worden – wohl schon früh am Morgen hochgefahren worden. Doch das stimmte nicht.

Zu dem Zeitpunkt war ich auf HdRO.de im Forum aktiv und las überrascht „Die Server sind Online!“. Und zwar am Freitag dem 16., irgendwann nachmittags. Während ich also ins Spiel einstieg und das aus der Beta bekannte Intro spielte, fragten wir uns – besser nicht offen, um keine Aufmerksamkeit zu erregen – ob ein Fehler unterlaufen seie. Ist ein Azubi ausversehen auf den Start-Knopf gekommen? Würden die Server, sobald das bemerkt würde, wieder runtergefahren? Dürften wir überhaupt schon spielen?

Aber offensichtlich durften wir. Abends, mitlerweile im Auenland, konnte ich meine Charakter-Biografie nicht abschicken und schrieb ein Ticket. Es meldete sich eine offensichtlich erfreute Spielleiterin, die mich auch noch zu dem Text beglückwünschte und sagte, dass aktuell noch keine Umlaute funktionieren würden.

All dies geschah völlig ohne Warnung oder Meldung im Spielstart-Client. Infolge dessen kamen über zwei Tage die ganze Zeit über angenehm überraschte Spieler online, die sich freuten, dass ihr Spiel ja schon laufen würde – und man kann sich vorstellen, wie sehr das den Überlauf reduziert hat.
Gleiches Spiel, anderthalb  Jahre später: 18. November 2008, genau ein Monat nach meinem Geburtstag. Ich hatte bereits vorher gewettet, dass sie es wieder machen würden – und sie taten’s. Um 3 Uhr morgens wurde das Spiel geupdated – und um ungefähr 5 oder 6 Uhr morgens war es fertig, ohne offizielle Meldung. Den ganzen Tag über kamen erfreute Spieler, die… und so weiter.

Und genau diese Aktion hat diesen beiden Blogeinträgen den Titel „So gut dass man es nicht bemerkt gegeben“. Das ist stille genialität. Hinzu kommt, dass sie auch nie einne offiziellen Kommentar dazu  abgegeben haben – und infolge dessen kann man diesen Schritt so oft wieder holen wie man möchte, worum ich auch auf Knien bitten möchte.

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Written by vetaro

22. Januar 2009 um 7:42 am

Veröffentlicht in Spiele, Uncategorized

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6 Antworten

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  1. du bist ein toller mensch weil du dich über dinge freust die garnicht da sind…goldfarmer zum beispiel, das können nicht viele

    der stievo

    22. Januar 2009 at 3:04 pm

  2. Scheint eine gute Lösung zu sein, gar nicht erst die Zeit für einen Patch im Vorhinein exakt bekanntzugeben. Nichts ist lästiger, als stundenlang vor einem völlig überlasteten Account-Server zu hängen…

    Sel

    22. Januar 2009 at 4:19 pm

  3. „Zu dem Zeitpunkt war ich auf HdRO.de im Forum aktiv und las überrascht “Die Server sind Online!”. Und zwar am Freitag dem 16., irgendwann nachmittags.“

    Es war zwar schon circa 21Uhr, also eher Abends, aber dein Argument ist absolut richtig – durch diese absichtlichen Streckungen ist CM bisher immer ein reibungsloser Start geglückt.

    Barran

    30. Januar 2009 at 5:16 pm

  4. […] (Siehe auch Teil II) […]

  5. […] (Siehe dazu auch So gut dass man es nicht bemerkt I und II.) […]

    Vermischtes « Hu

    26. März 2009 at 12:19 am

  6. […] (Siehe auch: So gut dass man es nicht bemerkt, Teil 2) […]


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