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Casual Gaming als Form höheren Daseins. Spieler-Entwicklung

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Letztes Wochenende war ja Wiedersehens-Wochenende in HdRO, wo alle inaktiven Accounts wieder aktiviert wurden. Ich habe diese Zeit genutzt, um wieder viel zu spielen, und um mir über meine Einstellung zu dem Thema bewusst zu werden.

Ich habe HdRO ja auch nicht aufgehört, nur pausiert. Ich bin halt, von meinem Standpunkt, fertig. Mein Hauptcharakter hat die gesamte Spaltenrüstung inklusive Waffe, Zweitcharakter ist auch 50 und sieht aus, wie er aussehen sollte. Meine Sippe ist wunderbar.

Ich wollte nur halt nicht die ganze Kohle ausgeben für Rollenspiel, den das wäre es, womit ich meine Zeit in HdRO verbracht hätte. Das kann ich auch anderswo haben. Mit Moria werd ich aber definitiv wieder dabei sein, auch wenn sich das stark mit Guitar Hero 4 überschneidet (2 Tage Erscheinungsdaten-Unterschied).

Es ist einfach so: Nicht lange zuvor war noch mein WoW-Abo aktiv. Bei spielen von WoW brennt in meinem Magen, selbst wenn ich entspannt spiele, immer ein gewisses Unwohlseinsgefühl. Und ich glaube, es ist die Mentalität, die jeden ergreift, der längere Zeit spielt: Es geht darum, etwas zu erreichen, und es gibt ein großes Ziel, wobei dieses nicht eindeutig definiert ist, zu dem man hin soll. Und man hat es noch nicht richtig erreicht. Das zeigt einem das Verhalten der anderen Spieler, und die Aufmachung des ganzen. Das zeigen die Blizzcon-Panels, bei denen es großteils um Endgame ging, oder aber um Veränderungen an klassen, damit sie fürs Endgame besser geeignet und gebalanced sind.

Dieses Brennen im Bauch, ich spüre es bei HdRO nicht. Die Ziele sind vorhanden, aber es fühlt sich nicht so unnangenehm an wie in WoW. Ich möchte da gar nicht genau festlegen, was es ist, oder ob es gezielt so eingerichtet ist (die Entwickler bei Blizzard richten dieses negative Brennen eindeutig ein, ebenso wie Zigarettenfirmen) oder nicht, und mit welchen Mitteln, aber es tut meiner seele einfach gut.

Ich will das ganze Casual-Gaming nicht wieder ausführlich beschreiben, ihr wisst schon, worum es dabei geht. Entspannt spielen, wann man will spielen, sich nicht von irgendwas ominösem drängeln lassen. Mir ist einfach aufgefallen, dass sehr viele Leute von Hardcore- zu Casual-Gaming übergegangen sind, z.B. die Horden an HdRO-Spielern, die von WoW kommen.

Vom selben Effekt habe ich aber noch nie andersrum gehört, also Leute, die (ohne WoW-Vorgeschichte) von HdRO zu WoW gingen und sagten „Geil, da ist endlich mal was los!). Das mag man relativieren, weil praktisch jeder WoW kennt, der das Genre kennt (und speziell auf dieser Seite hier rumläuft), aber es sollten ja genug Leute existieren, die WoW noch nicht gespielt haben.

Wer schon Diablo 2 gespielt hat und dann ein MMOG wie WoW kennen gelernt hat, um nach einiger zeit D2 wieder auszuprobieren, mag gedacht haben: ‚Moment mal, das ist ja total stumpfes und hirnloses Monsterhauen. Was mach ich hier eigentlich?‘ Dabei handelt es sich um Spielerische Entwickelung, glaube ich. Der eigene Anspruch steigt mit dem, was man geliefert bekommt.
Wenn man keine Ahnung von Farbfernsehen hat, stört man sich natürlich auch nicht daran, dass alles schwarzweiss ist. Wenn man noch keine virtuellen Hände ausprobiert hat, stört man sich auch nicht an der blöden 2D-Steuerung, die es heutzutage gibt.

Und, ja, ich möchte jetzt gerne und endlich zu der gewagten These kommen. Ich glaube, dass möglicherweise Casual Gaming ein Entwicklungsschritt nach Hardcore-Gaming ist. Dass die Erkenntnis, dass man es echt übertreiben kann, dass jede art von Extremismus letzendlich der falsche Weg ist.

Möglicherweise möchte man gegen-argumentieren, dass ich gerade SK-Gaming und anderen vorwerfe, in einer mentalen Kategorie weniger weit entwickelt zu sein als ich und dass sie ja wohl eine gegenbeweis wären. Naja, sie machen da ja auch ein wirklich gutes Ding. Aber andererseits zweifelt doch wohl niemand an dem Effekt der spielerischen Entwicklung, oder? Es gibt immernoch Diablo 2-Spieler, auch sehr Erfolgreiche, die sind doch keine Gegenbeweise.

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Written by vetaro

8. Januar 2009 um 8:55 pm

Veröffentlicht in Spiele

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Eine Antwort

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  1. […] Und es hat tatsächlich nur einen Klick gebraucht. Jetzt wo ich Herr der Ringe Online für immer solange es existiert spielen kann – Boah, das muss ich erstmal verkraften – ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen. Hier nochmal der Blog zum Thema “Entspannung durch HdRO”. […]


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